04.03.2020 - 15:44 Uhr
MünchenDeutschland & Welt

Bayerische Sparkassen erhöhen einige Gebühren

Einige Kunden der Sparkassen in Bayern müssen mit Gebührenerhöhungen rechnen. Der Grund: Die Niedrigzinsphase frisst die Erträge auf. Die Sparkassen in der Oberpfalz stehen unterdessen gut da.

Die bayerischen Sparkassen denken über Gebührenerhöhungen nach, um die Verluste durch die Niedrigzinsphase wett zu machen.
von Jürgen UmlauftProfil

Die Sparkassen-Kunden in Bayern müssen sich auf weiter steigende Gebühren einstellen. Hauptgrund ist die andauernde Niedrigzinsphase, die die Erträge der Sparkassen weiter sinken lässt. "Es wird immer schwieriger, den Rückgang des Zinsüberschusses über andere Ertragsquellen und Kostensenkungen aufzufangen", erklärte Sparkassen-Präsident Ulrich Netzer am Mittwoch bei der Vorlage der Jahresbilanz 2019 in München.

Da eine Zinswende nicht absehbar sei, werde sich die Lage in den kommenden Jahren weiter verschärfen. "Die betriebswirtschaftlich schwierigsten Zeiten stehen uns noch bevor", sagte Netzer. Als Konsequenz müssten Dienstleistungen "durchgehend bepreist", Gebühren mitunter erhöht und für große Einlagesummen auf Girokonten vermehrt "Verwahrentgelte", also Negativzinsen, verlangt werden, betonte Netzer. Aus seiner Sicht geht es vorerst nur um Beträge in sechsstelliger Höhe und die Einlagen von Neukunden. Die Entscheidung darüber müsse jede regionale Sparkasse in eigener Verantwortung treffen. "Ich habe aber nicht die Sorge, dass Negativzinsen die breite Masse der Kunden treffen werden", sagte Netzer.

Um diese "Strafzinsen" sicher zu vermeiden, empfahl Netzer den Kunden, ihr Geld verstärkt in Wertpapieren anzulegen, statt es auf zinslosen Girokonten "herumlungern" zu lassen. Dies lasse sich bei guter Beratung durch die Sparkassen relativ risikofrei realisieren und könne auch Kleinanleger aus der "Niedrigzinsfalle" führen. Positiver Effekt für die Sparkassen sei, dass sie dann weniger Kundengeld gegen Gebühr bei den Zentralbanken einlagern müssten, was wiederum ihre Ertragslage verbessere.

Seit 2015 sank der Zinsüberschuss, die Hauptertragsquelle der Sparkassen, von 3,75 auf 3,25 Milliarden Euro. Weil gleichzeitig die laufenden Kosten gestiegen und andere Ertragsfelder die Zinseinbußen nicht ausgeglichen worden seien, sank das Betriebsergebnis trotz um fünf Prozent auf knapp 223 Milliarden Euro gestiegener Bilanzsumme um drei Prozent auf 1,62 Milliarden Euro. "Es ist kurios: Wir wachsen kräftig, aber der Erfolg verdampft wegen der niedrigen Zinsen gleich wieder", so Netzer. Das Jahresergebnis der 64 bayerischen Sparkassen stieg wegen der Sonderkonjunktur an den Börsen um ein Drittel auf 441 Millionen Euro.

Die Sparkassen in der Oberpfalz hielten ihre Bilanzsumme von 15,8 Milliarden Euro. Leicht zugelegt haben die Sparkasse Oberpfalz-Nord von 1,6 auf 1,7 Milliarden Euro, die Sparkasse Amberg-Sulzbach von 1,9 auf 2 und die Sparkasse Schwandorf von 2,1 auf 2,2. Unverändert mit 1,5 Milliarden Euro schlossen die Vereinigten Sparkassen Eschenbach/Neustadt/Vohenstrauß ab.

Bayernweit ging die Zahl der Sparkassen-Filialen weiter zurück, und zwar von 2260 auf 2195. Diese Entwicklung werde sich fortsetzen, meinte Sparkassen-Vize Roland Schmautz. Man wolle aber weiter in der Fläche präsent sein. "Wir sind weiter um die Ecke", versicherte er.

Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:

Für Sie empfohlen

 

 

Videos

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.