16.10.2020 - 10:30 Uhr
MünchenDeutschland & Welt

In Corona-Zeit boomt "Urlaub auf dem Bauernhof"

Landluft und bäuerliches Leben steht bei Urlaubern hoch in Kurs. Doch werden diese anspruchsvoller. Darauf müssen die Anbieter von "Urlaub auf dem Bauernhof" reagieren.

«Ferienwohnungen, Urlaub auf dem Bauernhof» steht auf einem Schild in Lalling.
von Jürgen UmlauftProfil

München. (jum) Die Corona-bedingten Reiseeinschränkungen in diesem Sommer haben dem "Urlaub auf dem Bauernhof" in Bayern einen unverhofften Boom beschert. Statt ins Ausland zu fahren, buchten viele inländische Reisende die Unterkünfte auf dem Land. "Viele Anbieter hätten heuer jedes Bett dreifach vermieten können", berichtete die im Agrarministerium zuständige Regine Wiesend im Agrarausschuss des Landtags. Unter den bäuerlichen Vermietern auf dem Land herrsche "hohe Zufriedenheit mit der Auslastung". Nun wolle man den Schub nutzen, um neben den klassischen Gästen - nämlich Familien mit Kindern - auch neue Zielgruppen zu gewinnen.

Nach Angaben Wiesends wird der "Urlaub auf dem Bauernhof" bayernweit von rund 4000 Betrieben angeboten. Insgesamt stehen 46.000 Betten zur Verfügung. Regionale Schwerpunkte sind der Alpenrand, die ostbayerischen Mittelgebirge sowie das fränkische Weinland. Das Angebot werde zunehmend professioneller und qualitativ höherwertiger, erläuterte Wiesend. 42 Prozent der Betriebe seien inzwischen klassifiziert, zwei Drittel davon im "4-bis-5-Sterne-Bereich". Das Angebot reiche von einfachen Unterkünften bis zu Betrieben mit eigenem Wellness-Bereich und speziellen Freizeitaktivitäten. Der Durchschnittspreis pro Unterkunft und Tag liege bei etwa 70 Euro, wobei sich die Spanne von 24 bis 425 Euro erstrecke.

Wiesend rechnet damit, dass Kleinbetriebe mit einfachen Unterkünften zunehmend von der Bildfläche verschwinden werden. Noch machten diese knapp die Hälfte des Angebots aus. Die Betreiber aber scheuten oft die nötigen Investitionen für die Modernisierung der Unterkünfte und der angeschlossenen Angebote, oft fehle es auch schlicht an Hofnachfolgern. Dabei unterstütze der Freistaat Umbaumaßnahmen und Digitalisierung mit bis zu 25 Prozent der Investitionskosten. Neue Chancen gebe es beim "Camping auf dem Bauernhof". Dem weiteren Ausbau dieses Sektors seien aber gegenwärtig noch rechtliche Grenzen gesetzt. Noch komplexer sei der Sachverhalt beim Wunsch von Betrieben, auch jenseits der zum Hof gehörenden Gebäude Unterkünfte zu errichten. Solche Chalets seien "baurechtlich ganz schwierig", sagte Wiesend.

Urlaub auf dem Bauernhof im Kreis Tirschenreuth

Tirschenreuth
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