Update 28.10.2026 - 17:57 Uhr

Deutschland schiebt 40 Straftäter nach Afghanistan ab

Ein Charterflug mit afghanischen Männern ist in Kabul gelandet. Alle Abgeschobenen hatten laut Innenministerium in Deutschland Straftaten begangen.

Für die Sammelabschiebungen nach Afghanistan gibt es jeweils Abstimmungen mit den  islamistischen Machthabern in Kabul. (Archivfoto) Bild: Sebastian Willnow/dpa
Für die Sammelabschiebungen nach Afghanistan gibt es jeweils Abstimmungen mit den islamistischen Machthabern in Kabul. (Archivfoto)

Aus Deutschland sind 40 afghanische Männer per Charterflug in ihr Heimatland abgeschoben worden. Die Maschine startete nach Angaben eines Sprechers des Bundesinnenministeriums vom Flughafen Leipzig/Halle und landete am Mittwoch in Kabul. Den Angaben zufolge handelt es sich bei den Abgeschobenen ausschließlich um Männer, die Straftaten begangen hatten, darunter Totschlag, Vergewaltigung, sexueller Missbrauch von Kindern, Körperverletzung und Drogenhandel. 

Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) sagte der „Bild“: „Straftäter müssen unser Land verlassen. Auch deswegen sind Rückführungen nach Afghanistan regelmäßiger und verlässlicher Bestandteil unserer Migrationspolitik.“

Zehn Bundesländer beteiligen sich an Sammelabschiebung

An der Rückführung waren laut Ministerium Baden-Württemberg, Bayern, Hamburg, Hessen, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Saarland, Sachsen und Sachsen-Anhalt beteiligt. Seit Beginn dieser Legislaturperiode seien insgesamt 303 afghanische Männer aus Deutschland in ihr Herkunftsland abgeschoben worden.

Die erste Sammelabschiebung von Straftätern nach Afghanistan seit der erneuten Machtübernahme durch die radikal-islamistischen Taliban im August 2021 war 2024 mit Unterstützung des Golfemirats Katar organisiert worden. Im Februar 2026 flog die Bundespolizei erstmals ohne Hilfe von Drittstaaten 20 Straftäter direkt nach Kabul, auf Grundlage einer Vereinbarung mit den Taliban.

Am vergangenen Wochenende hatten an mehreren deutschen Flughäfen Hunderte Menschen gegen Abschiebungen demonstriert.

© dpa-infocom, dpa:261028-930-907822/2

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