30.11.2020 - 15:29 Uhr
MünchenDeutschland & Welt

Energiewende: Grüne setzen auf Sonne und Wind

Ohne Atom- und Kohlestrom wird eng mit der Energieversorgung Bayerns. Die Grünen haben nun ein Konzept vorgelegt, in dem Sonne und Wind für ausreichend Ersatz sorgen sollen.

Die Sonne geht hinter einem Strommasten unter.
von Jürgen UmlauftProfil

Zur Absicherung der zukünftigen Stromversorgung in Bayern fordern die Grünen einen massiven Ausbau von Sonnen- und Windkraft. Es gehe um eine "sichere und saubere Stromversorgung", erklärte der Grünen-Energiepolitiker Martin Stümpfig. Konkret soll die Nutzfläche für Photovoltaikanlagen bis 2035 vervierfacht werden. Die Zahl der Windräder soll sich in etwa verdreifachen. Damit ließ sich der notwendige Stromimport gegenüber heute um 44 Prozent absenken, der CO2-Ausstoß aus der Stromproduktion um 18 Prozent. Grundlage des Konzepts ist eine Studie des Freiburger Öko-Instituts.

Nach Angaben Stümpfigs würden bei einer Umsetzung rund 80 Prozent der Photovoltaik-Panele auf Dächern installiert, nur 20 Prozent auf Freiflächen. Dafür würden maximal 0,5 Prozent der Agrarfläche Bayerns benötigt, wobei in den Solarparks teilweise landwirtschaftliche Nutzung möglich wäre. Energiepflanzen für Biogasanlagen würden derzeit auf rund elf Prozent der Agrarfläche Bayerns angebaut. Bei der Windkraft wäre laut Stümpfig - je nach Lage und Leistung - ein Zubau von bis 2000 Rotoren nötig. Dies entspräche bis 2035 im jährlichen Durchschnitt drei bis vier Windrädern pro Landkreis.

Die Studie des Öko-Instituts hat vier mögliche Szenarien für die künftige Stromversorgung Bayerns untersucht. Die Variante mit dem massiven Ausbau von Sonnen- und Windkraft hat dabei in Sachen Ökologie und Versorgungssicherheit am besten abgeschnitten. Voraussetzung sei zum einen, dass Gaskraftwerke nur für Reservezwecke vorgehalten werden und die Stromnetze weiter ausgebaut werden, erläuterte Studienleiter Christof Timpe. Dies sei nötig, um aus Bayern überschüssigen Sonnenstrom zu exportieren und im Bedarfsfall benötigten Windstrom zu importieren.

Stümpfig kündigte zudem ein zusätzliche Speicherkonzept an. Der Staatsregierung warf vor, es bei der Energiewende an "Ambition vermissen" zu lassen. Außerdem werde zu stark auf den Ausbau der Photovoltaik gesetzt. Man brauche aber ergänzend auch mehr Windstrom, um Produktionsschwankungen ausgleichen zu können. Stümpfig erneuerte deshalb die Forderung, die 10H-Abstandsregel für Windräder abzuschaffen. Den geplanten Ausbau der Stromnetze würden die Grünen befürworten.

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