14.10.2021 - 15:26 Uhr
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Fläche so groß wie 975 Fußballfelder verschwindet täglich in der Oberpfalz

Bayerns Kulturlandschaft unterliegt seit 2000 Jahren stetem Wandel – doch seit dem Nachkriegsboom der 50er Jahre wird so viel und so schnell gebaut wie noch nie zuvor. Ein Ende des permanenten Flächenfraßes ist nicht in Sicht.

Weg ist der Boden: In Bayern wird immer mehr Fläche zugebaut oder kultiviert.
von Jürgen UmlauftProfil

Der Flächenverbrauch in Bayern hat 2020 wieder zugenommen. Trotz aller Appelle zum Flächensparen wurden täglich 11,6 Hektar für neue Wohn- und Gewerbebauten sowie Verkehrszwecke verwendet. Im Jahr davor waren es 10,8 Hektar, 2018 sogar nur 10 Hektar. Versiegelt wurde dabei jeweils rund die Hälfte, der Rest entfiel auf Grün- und Freiflächen. Das teilte das Landesamt für Statistik mit. In der Oberpfalz wurden demnach 696 Hektar im Jahr für Wohn-, Gewerbe- und Verkehrsbauten verbraucht. Das entspricht einer Fläche von rund 975 Fußballfeldern und einer Zunahme von 1,3 Prozent.

Nach Ansicht von Grünen-Fraktionschef Ludwig Hartmann zeigen die Daten, dass endlich verbindliche Vorgaben zur Reduzierung des Flächenverbrauchs gesetzt werden müssten. Mit den freiwilligen Vorgaben der Staatsregierung würden die Einsparziele jedenfalls „krachend verfehlt“. Die Staatsregierung strebt bis 2030 einen maximalen Flächenverbrauch von fünf Hektar am Tag an.

Der für die Landesplanung zuständige Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger (Freie Wähler) betonte, Flächensparen bleibe ein „zentrales Zukunftsthema“. Allerdings lösten das Bevölkerungs- und Wirtschaftswachstum sowie die Energiewende einen weiteren Flächenbedarf aus. Die Gesamtstrategie zum Flächensparen müsse deshalb laufend weiterentwickelt werden.

Bauministerin Kerstin Schreyer (CSU) bekräftigte das Ziel der Staatsregierung, den Flächenverbrauch zu reduzieren. Das Ministerium habe dafür Förderprogramme zur Unterstützung der Kommunen aufgelegt. „Angesichts des Wohnraummangels bleibt Bauen weiterhin das Gebot der Stunde. Wir müssen das aber so flächensparend wie möglich gestalten und setzen deshalb konsequent auf Innenentwicklung, Nachverdichtung und Gebäudeaufstockungen.“ „Siedlungs- und Verkehrsfläche“ ist nicht vollständig mit Beton und Asphalt gleichzusetzen, dazu zählen auch Grünanlagen oder Innenhöfe. Gebäude und Straßen machen aber einen Großteil des Flächenverbrauchs aus.

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