Floß
08.10.2026 - 10:00 Uhr

OTon: Wo ist mein Verbandskasten?

Das erste Mal in einer Polizeikontrolle, und die Nerven liegen blank. Zumindest bei Redakteurin Eva Kreuzer. So sehr, dass sie ganz nervös die wichtigen Dinge vergisst und am Ende der nette Polizist mithelfen muss.

Redakteurin Eva Kreuzer war sehr nervös, als sie zum ersten Mal von der Polizei angehalten wurde. Symbolbild: Soeren Stache/dpa
Redakteurin Eva Kreuzer war sehr nervös, als sie zum ersten Mal von der Polizei angehalten wurde.

Geht es Ihnen auch so, dass Sie nervös werden, wenn ein Polizeiauto hinter Ihnen fährt? Mir gehen da sämtliche Dinge durch den Kopf wie: Bin ich zu schnell gefahren? Was habe ich sonst falsch gemacht? Eigentlich total lächerlich.

Denn die Beamten haben sicher genug zu tun, als dass sie noch genau prüfen würden, ob alle anderen exakt nach Lehrbuch fahren. Also, warum gehe ich davon aus, dass ich einen Fehler machen werde? Ich habe jetzt schon lange einen Führerschein und bin sicher unterwegs.

Anhalten ohne Grund?

Trotzdem lässt sich die Nervosität nicht komplett ausschalten. Wie bei meiner ersten Verkehrskontrolle. Dabei schossen mir tausend Gedanken in den Kopf. „Was habe ich falsch gemacht?“, ist wieder der prominenteste. Es muss ja einen Grund haben, dass eine Streife der Polizei mich anhalten will. Oder?

Zwei junge Polizisten wollten zuerst meinen Führerschein und die Fahrzeugpapiere sehen. Kein Problem. Auch die Warnwesten kann ich noch einigermaßen souverän vorzeigen. Dann ist diese Glückssträhne aber vorbei.

Die Suche beginnt

Denn hinten in meinem Kofferraum musste ich Warndreieck und Verbandskasten suchen. Zwischen Korb, Schutzabdeckung für die Scheibe und noch nicht ausgeräumten Einkäufen werde ich schließlich fündig und kann das Warndreieck herausziehen. Nun die schwierigste Aufgabe: Wo ist noch mal mein Verbandskasten?

Glücklicherweise war ich bislang nie darauf angewiesen, ihn zu finden oder, noch schlimmer, zu benutzen. Aber die Ausnahmesituation forderte ihren Tribut und ließ mein Gehirn langsamer arbeiten. Ich fand diesen Verbandskasten einfach nicht.

Erlösung und zweiter Anlauf

Meine schon an Verzweiflung grenzende Suche beendete schließlich der zweite Polizist. Amüsiert deutete er auf eine Stelle in der Seitenverkleidung des Kofferraums meines Opels. Peinlich berührt dankte ich ihm und machte mich daran, das Objekt der Begierde aus seinem Versteck zu befreien. Zufrieden mit der Kontrolle entließen mich die Beamten nach einigen Fragen schließlich in die Nacht.

Nur wenige Monate später wurde ich wieder kontrolliert. Dieses Mal ging die Sache aber schneller und einfacher für mich aus. Ich wusste ja schon, was auf mich zukommt. Und auch – Peinlichkeit beim ersten Mal sei Dank – wo mein Verbandskasten ist.

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Info:

OTon

Wir sind junge Mitarbeiter von Oberpfalz-Medien. In unserer Kolumne "OTon" schreiben wir einmal in der Woche über das, was uns im Alltag begegnet – was wir gut finden, aber auch, was uns ärgert. Dabei geht es weniger um fundierte Fakten, wie wir sie tagtäglich für unsere Leser aufbereiten, sondern um unsere ganz persönlichen Geschichten, Erlebnisse und Meinungen. Wir wollen zeigen, dass nicht nur in Hamburg, Berlin oder München Dinge passieren, die uns junge Menschen bewegen.

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