München
05.08.2022 - 14:35 Uhr

Gasknappheit: In den Bäckereien könnte es weniger Auswahl geben

Noch geht es dem bayerischen Handwerk gut, doch der Blick der Betriebe richtet sich sorgenvoll auf den kommenden Winter. Gasknappheit im Handwerk würden dann auch die Kunden spüren, zum Beispiel beim Bäcker.

Im Falle einer Gasrationierung könnte es sein, dass nicht alle Semmelarten oder Plundergebäcke ins Angebot kämen, warnt das bayerische Handwerk. Symbolbild: Hauke-Christian Dittrich
Im Falle einer Gasrationierung könnte es sein, dass nicht alle Semmelarten oder Plundergebäcke ins Angebot kämen, warnt das bayerische Handwerk.

Im Falle einer Gasrationierung im Winter müssen sich Verbraucher auf weniger Vielfalt in den Ladentheken einstellen. Vor allem in Bäckereien könne es zu "Sortimentsausdünnungen" kommen, erklärte der Präsident des Bayerischen Handwerkstages (BHT), Franz Xaver Peteranderl, bei einer Pressekonferenz in München. Die Brotversorgung an sich sei auch bei einer möglicherweise nötigen geringeren Gaszuteilung gesichert, allerdings könne es sein, dass zur optimalen Ausnutzung der Wärme von Backöfen nicht alle Semmelarten oder Plundergebäcke ins Angebot kämen. Auch in anderen energieintensiven Handwerksbranchen wie den Textilreinigern oder Industriezulieferern würde die Rationierung von Gas Auswirkungen haben, betonte Peteranderl. Für die Kunden werde das aber am sichtbarsten im Lebensmittelhandwerk sein.

Noch wirken sich die Folgen des Kriegs gegen die Ukraine nicht negativ auf die Geschäfte im Handwerk aus. Wie im Vorjahr bewerten aktuell 86 Prozent der Betriebe ihre Geschäftslage als gut oder befriedigend. Mit einem durchschnittlichen Auftragsbestand für 11,2 Wochen sind die Bücher sogar etwas voller als 2021. Sorgen bereiten nach der neuen Konjunkturumfrage des Handwerkstags aber Materialknappheit und Lieferengpässe sowie die vor allem durch hohe Energiepreise getriebene Inflation. Die gestiegenen Kosten könnten laut Peteranderl nur teilweise an die Kunden weitergegeben werden. Die Geschäftserwartungen der Handwerksbetriebe liegen deshalb etwas unter denen des Vorjahres.

Im ersten Halbjahr 2022 haben die Umsätze der Handwerksbetriebe in Bayern nominal um 13 Prozent auf knapp 65 Milliarden Euro zugelegt. Dies lag aber hauptsächlich an den gestiegenen Preisen. Inflationsbereinigt betrug das Umsatzplus nur 3,3 Prozent. Die Zahl der Beschäftigten stieg leicht auf 946 400 (+0,3%). Dagegen ist die Zahl der bis Ende Juli für das neue Ausbildungsjahr geschlossenen Lehrverträge im Vergleich zum gleichen Vorjahreszeitpunkt um 2,6 Prozent auf rund 15.000 zurückgegangen. "Das ist keine günstige Entwicklung in einer Phase, in der wir eigentlich mehr Azubis bräuchten", erklärte BHT-Hauptgeschäftsführer Frank Hüpers. Viele Handwerksbetriebe in ganz Bayern seien weiter auf der Suche nach Auszubildenden.

 
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