10.01.2019 - 17:21 Uhr
GrafenwöhrDeutschland & Welt

Fest ohne Liebe für US-Soldaten – oder Verzicht auf Befehl

Einsame Tage fern der Heimat, da ist eine Schulter zum Anlehnen recht. Ein Vorgesetzter in Grafenwöhr hat nachgedacht, welche Körperteile einsamen Soldaten außer der Schulter gefallen könnten - und reagiert streng auf seine düstere Ahnung.

Ein besonderer Befehl für eine Einheit der US-Armee.
von Wolfgang Würth Kontakt Profil

Keiner weiß, wer den Befehl geschrieben hat. Klar ist, dieser Vorgesetzte muss sich große Sorgen und viele Gedanken um Moral und Sitte in seiner Einheit gemacht haben. Die Truppe war über Weihnachten in Grafenwöhr stationiert. Um die Tower Baracks über die Feiertage nicht zum neuen Gomorra werden zu lassen, fiel ihm nur mehr eins ein: Sex wird streng verboten.

So ähnlich muss das Vorspiel abgelaufen sein, für das, worüber "Stars and Stripes" nun berichtet. Die Zeitung der US-Armee nennt "U. S. Army W.T.F! Moments", ein Facebook-Treff für US-Soldaten als Quelle. Dort wurde ein Bild des Befehls veröffentlicht. Inzwischen ist er verschwunden, bei "Stars and Stripes" gibt es einen Screenshot.

Einheit und Name des Befehlsgebers sind gepixelt, doch die Angst vor Orgien am Tannenbaum ist aus den knapp 20 Zeilen eckigem Militärenglisch gut herauszulesen. Intensiv befassen sich die mit dem Thema "Geschlechtsverkehr", genauer mit sämtlichen Spielarten – die natürlich alle verboten wurden.

Verboten wurde auch sonst so fast alles, was mit körperlicher Liebe zu tun hat. Oder zu tun haben könnte. Denn um zu erfassen, was mit "rubbeln" (rubbing), "buckeln" (humping) und "schleifen" (grinding) gemeint ist, ist schon Fantasie nötig. Fest steht, dass es verboten wurde, genau wie "küssen" (richtig streng), "kuscheln" (wirklich?) und "Schoßtanz" (auch schon egal).

Inzwischen ist der Befehl widerrufen, laut "Stars and Strips" war es am Ersten Weihnachtsfeiertag, nach neun Tagen Gültigkeit so weit. Die bestehenden Regeln der US-Armee seien ausreichend, um die Moral aufrecht zu erhalten, hieß es zur Begründung.

Ein Screenshot des Posts
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