Grafenwöhr
19.02.2025 - 13:00 Uhr
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Panzerwettkampf in Grafenwöhr: US-Armee löst Bundeswehr als Sieger ab

Nach einer siebenjährigen Pause fand wieder ein Panzerwettkampf in Grafenwöhr statt. Auf dem US-Truppenübungsplatz kämpften fünf Länder um den Sieg. Auch die Gerüchte um einen Truppenabzug aus Europa spielten am Rande eine Rolle.

Ein Geschoss knallt aus dem Geschützrohr des Panzers. Es bewegt sich so schnell, dass ein greller Strich in der Luft zurückbleibt. Vor der Mündung bildet sich ein gleißender Feuerball. Die Hitzewelle verwirbelt den Staub auf dem Asphalt des Truppenübungsplatzes. Hunderte Meter entfernt schlägt das Projektil vor einer Baumgruppe ein. Die pechschwarze Erde spritzt mehrere Meter in die Höhe. Volltreffer. In dem Kettenfahrzeug sitzen vier Soldaten der US-Armee. Sie nehmen zusammen mit zehn weiteren Besatzungen an der sogenannten USAREUR-AF International Tank Challenge teil.

Insgesamt hat der Wettkampf auf dem Truppenübungsplatz Grafenwöhr bereits zum vierten Mal stattgefunden. Eine Woche lang mussten die Teilnehmer verschiedene Aufgaben absolvieren. Dazu gehörten sowohl körperliche Tests, als auch Einsätze mit dem Panzer. Am letzten Wettkampftag entschied eine zuvor geheime Disziplin über die Medaillen. Die Mannschaften mussten zunächst einen Verwundeten abtransportieren und Luftballons mit gezielten Pistolenschüssen zerstören. Anschließend folgte die Königsdisziplin: die Fahrt im Panzer. Am Ende trennten zwei Punkte die ersten beiden Plätze. Eine Besatzung der US-Armee setzte sich gegen die Konkurrenten durch.

Bundeswehr nicht dabei

Auf einer Anhöhe haben sich über hundert Soldaten versammelt. Mit Ferngläsern oder dem bloßen Auge beobachten sie ihre Kollegen, während aus den Lautsprechern Lieder von AC/DC klingen. "Yes, that's it", ruft einer der Zuschauer bei dem Treffer. Fünf Fahnen wehen am Montag im eiskalten Wind des kühlsten Tages des Jahres. Sonnenstrahlen scheinen durch den Stoff und bringen die Farben zum Leuchten. Rot, Weiß, Grün für die Flagge Italiens. Zwei weiße Kreuze auf rotem Grund, eines für Dänemark und eines für die Schweiz. Die drei Spitzen des Triglav, des höchsten Bergs in Slowenien. Und das sternenbesetzte Banner der USA. Alle Nationen schickten mehrere Panzerbesatzungen nach Grafenwöhr, um sich gegenseitig zu messen.

Die bislang letzte Auflage des Wettbewerbs gab es vor sieben Jahren. Damals gewann das Panzerbataillon 393 aus Deutschland vor einem Team aus Schweden. Soldaten der Bundeswehr nahmen 2025 erstmals nicht an der Übung teil, die den Zusammenhalt zwischen den Armeen stärken soll. Das merkte auch US-General Steven Carpenter in seiner Rede an. "Die Deutschen mussten sich von mir etwas anhören, weil sie nicht aufgetaucht sind", sagte der Chef des Truppenübungsplatzes. Die 10. Panzerdivision habe eine Einladung nach Grafenwöhr erhalten, teilte die Bundeswehr auf Nachfrage von Oberpfalz-Medien mit. Man habe den Wettkampf "aufgrund anderer Ausbildungsvorhaben im gleichen Zeitraum abgesagt". Konkret gehe es um Übungen mit Bündnispartnern an der Nato-Ostflanke.

Truppenabzug aus Europa

Die Gerüchte um einen möglichen Truppenabzug waren während abschließenden Disziplin kaum Thema. Die Militärzeitung "Stars and Stripes" berichtete Ende Januar von Plänen der neuen US-Regierung, bis zu 20.000 Soldaten aus Europa abzuziehen. Derzeit sind rund 65.000 Soldaten der US-Armee auf dem sogenannten alten Kontinent stationiert. Einschließlich rotierenden Truppen wächst die Truppenstärke sogar auf rund 100.000 Soldaten. "Stars and Stripes" berief sich auf eine Nachrichtenagentur aus Italien. Welche Einheiten von den Plänen betroffen sein sollen, nannte der Beitrag allerdings nicht.

Im Vorfeld der Sicherheitskonferenz in München rissen die Spekulationen nicht ab. Christopher Heusgen erwartete, dass Vizepräsident J. D. Vance dort erstmals einen Truppenabzug offiziell verkünden würde. Doch der Leiter der Konferenz täuschte sich. Stattdessen sorgte Vance für Aufsehen, als er Europäern unter anderem ein mangelndes Demokratieverständnis vorwarf. "Wenn ihr Angst vor euren eigenen Wählern habt, dann gibt es nichts, was Amerika für euch tun kann", sagte der 40-Jährige. Die Zukunft der US-Streitkräfte bleibt nach dem Auftritt des Vizepräsidenten weiter ungewiss.

Herausforderungen und Chancen

Auch General Steven Carpenter reiste am Wochenende in die bayerische Landeshauptstadt. "Ich war drei Tage bei der Sicherheitskonferenz in München", sagte der ranghöchste US-Soldat der Oberpfalz. Vor der Siegerehrung des Panzerwettkampfes betonte er, wie wichtig der Zusammenhalt innerhalb des Nato-Bündnisses sei. "Die Herausforderungen und Chancen unserer Generation sind nicht anders, als die der vorherigen." In den Gesprächen der Soldaten war eine vorzeitige Rückkehr in die Heimat ebenfalls kein Thema. Einige unterhielten sich stattdessen über ihre Pläne für die Zeit nach dem Militär.

Bis erneut Panzerbesatzungen in Grafenwöhr gegeneinander antreten, wird es noch mehrere Jahre dauern. Der nächste Wettkampf soll 2028 stattfinden. Grund sind ähnliche Veranstaltung in Großbritannien und Griechenland, die in den kommenden beiden Jahren geplant sind.

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Hintergrund :

Alle Gewinner des Panzerwettbewerbs in Grafenwöhr

  • 2016: 3. Kompanie Gebirgs-Panzerbataillon 8 aus Deutschland
  • 2017: Panzerbataillon 14 aus Österreich
  • 2018: 3. Kompanie Panzerbataillon 393 aus Deutschland
  • 2025: 1st Battalion, 67th Armored Regiment, 3rd Armored Brigade Combat Team, 1st Armored Division aus den USA
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