07.06.2020 - 13:07 Uhr
GrafenwöhrDeutschland & Welt

US-Abzug aus Grafenwöhr? Bürgermeister bleibt optimistisch

Die Nachricht zu US-Pläne zum Truppenabzug haben am Freitagabend auch Edgar Knobloch überrascht. Doch der Bürgermeister von Grafenwöhr gibt sich bewusst optimistisch.

Abflug aus Grafenwöhr? Diese US-Soldaten machen sich auf dem Flugplatz in Grafenwöhr bereit für eine Fallschirmübung. Um die Zukunft der US-Armee in Deutschland gibt es Spekulationen
von Wolfgang Würth Kontakt Profil

Edgar Knobloch hat von einem US-General von den Berichten erfahren. Auf und am Übungsplatz Grafenwöhr sind in verschiedenen Einheiten und Standorten rund 11 000 US-Soldaten stationiert. Wie der Bürgermeister die Lage einschätz, verrät er im Interview.

ONETZ: Herr Knobloch, wie haben Sie von den mutmaßlichen US-Plänen für einen Truppenabzug erfahren?

Edgar Knobloch: General Norrie (Kommandeur des in Grafenwöhr stationierten 7th Army Training Command) hat mich am Freitagabend telefonisch über den Artikel im Wall Street Journal informiert. Zuvor wusste ich nichts davon.

ONETZ: Nein. Ich kenne derzeit keine Details, weder über Standorte noch über Truppengattungen, die betroffen sein könnten.

Haben Sie nähere Informationen zu den Plänen?:

ONETZ: Ähnliche Gerüchte waren in den vergangenen Jahren immer wieder zu hören. Wie ernst nehmen sie die neue Meldung?

Ich finde es bedauerlich, dass solche Meldungen in regelmäßigen Abständen die Runde machen. Es ändert zwar nichts an der sehr guten deutsch-amerikanischen Freundschaft hier vor Ort, aber es verunsichert die Menschen und die Wirtschaft. Falls tatsächlich Truppen abgezogen werden, glaube ich aber nicht, dass Grafenwöhr betroffen wäre.

ONETZ: Was macht sie zuversichtlich?

Der Übungsplatz Grafenwöhr ist nicht nur der größte in Europa, sondern auch der modernste weltweit. Zuletzt wurde sehr viele Geld investiert. Die gewachsene Infrastruktur und Technik baut man nicht mal ebenso woanders wieder auf. Der Schwerpunkt der Übungen liegt immer häufiger beim computergestützten Verbund mit anderen Streitkräften. Deshalb bin ich der Meinung, dass Grafenwöhr an Bedeutung gewinnen wird.

ONETZ: Wenn doch, welche Folgen hätte ein Truppenabzug?

Auf dem Truppenübungsplatz Grafenwöhr sind ca. 2600 deutsche Arbeitnehmer beschäftigt, dazu kommen viele Arbeitsplätze in der Region, die indirekt daran hängen. Ich denke, das beantwortet die Frage, was ein Abzug bedeuten würde.

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ONETZ: Unabhängig von den wirtschaftlichen Faktoren. Welche Bedeutung spielen die US-Soldaten in Deutschland?

Natürlich wäre ein Abzug nicht nur aus wirtschaftlichen Gründen sehr schade, egal wo in Deutschland. Die vertraute Nähe, die in den letzten 75 Jahren zwischen Deutschen und Amerikanern entstanden ist und die beiden Nationen gut getan hat, würde verloren gehen. Wir leben seit Jahren tagtägliche Völkerverständigung in gutem Miteinander. So soll es bleiben.

Alle Berichte zum Truppenübungsplatz Grafenwöhr

Bürgermeister Edgar Knobloch und Brigadegeneral Christopher R. Norrie .

 

 

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