30.09.2020 - 15:19 Uhr
MünchenDeutschland & Welt

An Hochschulen und Universitäten Mix aus Präsenz- und Internetvorlesung

Die gähnende Leere an Bayerns Hochschulen ist vorbei. Mit dem Wintersemester kehren die Studenten in die zuletzt wegen Corona verwaisten Lehrsäle zurück. Die OTH Amberg-Weiden wartet mit neun neuen Studiengängen auf.

Wie auf diesem Symbolbild sollen die Hochschulen für angewandte Wissenschaften und Technische Universitäten auch im Wintersemester teilweise digital unterrichtet werden
von Jürgen UmlauftProfil

Die Hochschulen für angewandte Wissenschaften (HAW) sowie die Technischen Hochschulen (TH) in Bayern starten heute/morgen ins Wintersemester 2020/21. Nach Angaben von Wissenschaftsminister Bernd Sibler (CSU) wird rund die Hälfte der Vorlesungen und Seminare wieder als Präsenzveranstaltung stattfinden. Vor allem Erstsemester und Studierende in der Schlussphase ihrer Ausbildung sollen verstärkt am Campus lernen und forschen, für mittlere Semester werde die Online-Lehre überwiegen. Insgesamt setze er auf "mehr Normalität" an den bayerischen Hochschulen, sagte Sibler vor der Presse in München. Es brauche wieder mehr persönliche Begegnungen und wissenschaftlichen Diskurs.

Um den Gesundheitsschutz zu gewährleisten, gibt es für die Präsenzveranstaltungen bayernweit einheitliche Vorgaben. So dürfen nur maximal 200 Personen gleichzeitig in einen Raum, alle Teilnehmer werden im Rahmen der Datenschutzrichtlinien mit Namen und Kontaktdaten registriert, um die Nachverfolgung möglicher Corona-Infektionsketten zu erleichtern. Der Mindestabstand zwischen den Teilnehmern muss 1,5 Meter betragen. Jenseits des Sitzplatzes besteht im gesamten Hochschulbereich Maskenpflicht. Bei regional steigenden Corona-Fallzahlen gilt derselbe Stufenplan wie auch an den Schulen. "Wir sind für alle Fälle gerüstet und auf alle Szenarien vorbereitet", betonte Sibler. "Wir lassen uns von der Pandemie nicht aufhalten."

An den 17 bayerischen HAW- und TH-Standorten starten mit dem Wintersemester 35 neue Studiengänge. Spitzenreiter ist die OTH Amberg-Weiden mit allein neun Neustarts. Sie betreffen Hightech-Disziplinen wie die Künstliche Intelligenz und das Motorsport-Engineering, aber auch die Bereiche Gesundheit und Medizinrecht, Wirtschaftspsychologie und Ingenieurpädagogik. Sibler sprach von einem "weiteren strukturellen Schub" für die Region Amberg/Weiden. Aus der Hightech-Agenda der Staatsregierung werden der OTH zunächst 12,5 zusätzliche Stellen zugewiesen, zum Sommersemester 2021 weitere 23. Zum Aufbau eines digitalen Campus an der OTH wurden nach Angaben Siblers 2300 Quadratmeter Nutzfläche zusätzlich angemietet.

Zur aktuellen Entwicklung der Studierendenzahlen konnte Sibler noch keine Angaben machen, da die Einschreibungen noch nicht abgeschlossen seien. Es zeichne sich aber eine steigende Tendenz ab. "Offenbar gibt es keinen Abschreckungseffekt durch Corona", urteilte er. Die bayerischen Universitäten nehmen das Wintersemester mit zweiwöchiger Verspätung erst am 2. November auf.

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