07.07.2020 - 19:17 Uhr
MünchenDeutschland & Welt

Kneipen in Bayern müssen weiter zu bleiben

Um mehr Abstand voneinander einhalten zu können, findet die Kabinettssitzung im großen Kuppelsaal der bayerischen Staatskanzlei statt.
von Jürgen UmlauftProfil

Trotz stabil niedriger Corona-Infektionszahlen in Bayern bleiben Bars, Kneipen, Diskotheken und Clubs weiterhin geschlossen. Der Ministerrat nahm bei seiner Sitzung am Dienstag in diesem Bereich keine Veränderungen an der bestehenden Verordnung vor.

Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger (Freie Wähler) hatte diesen Betrieben eine Öffnung für Anfang Juli in Aussicht gestellt, konnte sich aber innerhalb der Staatsregierung nicht durchsetzen. "Wir bleiben bei unserer Strategie der Umsicht und Vorsicht, wir wollen das Infektionsgeschehen in Bayern nicht aus dem Griff verlieren", erklärte Staatskanzleiminister Florian Herrmann (CSU). Wie dieser betonte, sind Bars, Kneipen und Clubs wegen des Alkoholausschanks auf zumeist beengter und schlecht durchlüftbarer Fläche "infektionsschutzmäßig gefährlich". Man sei hier deshalb "sehr sehr zurückhaltend". Herrmann verwies auf jüngste Entwicklungen in Israel und dem US-Bundesstaat Texas, wo die Infektionslage nach Einschätzung der dortigen Regierungen wieder außer Kontrolle geraten sei. Als Hauptursache werde das voreilige Öffnen von Bars und Clubs genannt. "Eine zweite Welle zu verhindern, bleibt bei uns in Bayern das große Ziel", sagte Herrmann. Wann die Betriebe wieder öffnen könnten, sei derzeit nicht absehbar, werde aber regelmäßig geprüft. Neben dem weiteren Infektionsgeschehen seien für eine Öffnung nachvollziehbar wirksame Hygienekonzepte erforderlich.

Unabhängig davon beschloss der Ministerrat mehrere kleinere Lockerungen der Corona-Bestimmungen. So sind ab dem heutigen Mittwoch doppelt so viele Besucher bei Vereinsversammlungen, Tagungen oder Privatfeiern auch in Gastronomiebetrieben erlaubt, also 100 Personen im Innen- und 200 im Außenbereich. Unter Einhaltung der Abstandsregeln und der Maskenpflicht dürfen Freizeiteinrichtungen ihre Innenbereiche wieder für Besucher öffnen, ebenso Indoor-Spielplätze. Im Sport sind kontaktfreie Wettkämpfe in Hallen wieder erlaubt, zudem das Training mit Körperkontakt in festen Gruppen. Starten dürfen auch Flusskreuzfahrten mit den für Hotels geltenden Regelungen sowie Ausflugsschiffe und -bahnen, für die eine Maskenpflicht gilt.

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