10.08.2021 - 16:44 Uhr
Deutschland & Welt

Kommentar zu Afghanistan: Vormarsch der Taliban keine Überraschung

Ein Ende mit Schrecken in Afghanistan? Der blutige Vormarsch der Taliban lässt das befürchten. Daran kann der Westen nichts mehr ändern. Ein Kommentar von Alexander Pausch.

Taliban-Kämpfer in der nordafghanischen Stadt Kundus. Die Islamisten haben in den vergangenen Tagen weite Teile der Provinzhauptstadt eingenommen.
von Alexander Pausch Kontakt Profil
Kommentar

Der Erfolg der Taliban im Norden von Afghanistan ist ein schlechtes Omen für die Hauptstadt Kabul. Im Jahr 1996 hatten die Islamisten zunächst Kabul erobert und waren dann nach Norden vorgedrungen. Diesmal erobern sie jene Gebiet zuerst, die damals am längsten Widerstand geleistet hatten. Dort versuchen jetzt gealterte Warlords den Widerstand zu organisieren.

Wie verzweifelt die Regierung von Präsident Ashraf Ghani ist, zeigt, dass inzwischen Berichte die Runde machen, wonach sie Indien um Unterstützung durch Luftangriffe gebeten haben soll. Ghani weiß, Ende August werden die USA ihre Luftunterstützung einstellen. Da wäre es gut, den Erzfeind des Taliban-Unterstützers Pakistan an der Seite zu haben.

Hierzulande sollte kein Politiker überrascht sein, dass der Krieg nach dem Abzug der Truppen wieder aufflammt. Dieser war nie vorbei, bisweilen köchelte er im vergangenen Jahrzehnt nur auf niedrigen Niveau. Die Rufe, die Taliban durch Luftschläge zu stoppen, sind naiv. Denn danach müsste der Westen wieder Truppen schicken. Das hat schon im vergangenen Jahrzehnt nichts bewirkt.

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