08.09.2020 - 18:41 Uhr
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Kommentar: Netter Nebeneffekt für Markus Söder

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Nach den Corona-Testpannen musste Markus Söder viel Kritik einstecken. Doch der Ministerpräsident ist lernfähig, meint Jürgen Umlauft.

Markus Söder kommt nach einer Sitzung des bayerischen Kabinetts zu einer Pressekonferenz und trägt Mund-Nasen-Schutz.
von Jürgen UmlauftProfil
Kommentar

Schon am Anfang der Corona-Pandemie lautete die Forderung von Virologen weltweit: Testen, testen, testen! Nur so lasse sich die Verbreitung des Virus nachvollziehen und eindämmen. Bayerns Staatsregierung hat diese Forderung im Frühsommer mit ihrem kostenlosen Testangebot für alle sehr weitreichend umgesetzt. Trotzdem kommt nun Kritik aus der Fachwelt und von Ärzten. Hauptvorwurf: Wegen fehlender Zielgenauigkeit würden Testkapazitäten blockiert, die für Menschen mit Symptomen und Risikopersonen gebraucht würden.

Ministerpräsident Markus Söder muss sich die Kritik gefallen lassen. Zwar stimmt es, wenn er betont, nur viele Tests ermöglichten ein klares Bild über das Infektionsgeschehen und damit regional abgestufte Aktionen. Doch im Eifer hat er zu viel versprochen. Es reicht eben nicht, in der Theorie ausreichend Testkapazitäten aufzubauen, wenn für die Abstriche und die Datenauswertung das entsprechend geschulte Personal und die nötige Software fehlen und die Verteilung der Proben auf freie Labore nicht klappt.

Söder aber ist in Sachen Corona lernfähig. Die nun als "Weiterentwicklung" verbrämte Korrektur seiner Strategie hin zu flächendeckenden kommunalen Testzentren ist richtig. Sie wird zu zielgenaueren und bedarfsgerechteren Tests führen. Dass dabei die Verantwortung für den reibungslosen Ablauf vom Staat auf die Städte und Landkreise übergeht, ist ein für Söder netter Nebeneffekt. Für Pannen dort müssen nun Bürgermeister und Landräte gerade stehen.

Lockerungen durch das Kabinett

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