07.10.2020 - 18:23 Uhr
MünchenDeutschland & Welt

Kommentar: Wie der Polizei geholfen werden kann

Diesen Artikel lesen Sie mit
Was ist OnetzPlus?

Innenminister Herrmann will den Drogenskandal bei der Münchener Polizei mit aller Härte aufklären. Das ist gut, aber dabei darf es nicht bleiben. Die Politik sollte auch über die Arbeitsbedingungen nachdenken, kommentiert Jürgen Umlauft.

Das Polizeipräsidium in München wird von einem Drogenskandal erschüttert.
von Jürgen UmlauftProfil
Kommentar

Die Polizei ist durch das Fehlverhalten mutmaßlich einiger weniger Beamte zuletzt öfter in die Schlagzeilen geraten, als ihr lieb sein kann. Besonders krass ist der Münchner Drogenskandal. Innenminister Herrmann tut gut daran, diese nach seinen Worten "kriminelle Sauerei" mit aller Härte auszumisten. Er ist das nicht zuletzt den vielen, vielen Beamten im Land schuldig, die ihren Dienst beflissen tun. Und es ist nötig, um aufkeimende Zweifel an der Rechtschaffenheit der Polizei auszuräumen.

Damit darf es aber nicht getan sein. Jenseits des strafrechtlich Relevanten muss sich Herrmann auch der Frage widmen, warum sich 21 überwiegend erfahrene Ordnungshüter offenbar bereitwillig von einem Dealer ins Drogenmilieu haben ziehen lassen. Noch liegen die Motive im Dunkeln, aber vielleicht sind sie ja schwach geworden im Anblick einer Szene, in der halbseidene Gesellen dicke Autos fahren und mit großen Scheinen um sich werfen - während sie Schichtdienst leisten, Überstunden schieben und das eigene Gehalt in München gerade so zum Leben reicht.

Natürlich wäre das keine Entschuldigung für kriminelles Verhalten. Aber ein Ansatzpunkt für die Politik, über Arbeitsbedingungen, Wohnsituation und Bezahlung ihrer Polizeibeamten nachzudenken.

Drogenskandal bei Polizei München

München
Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:

Für Sie empfohlen

 

 

Videos

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.