Bei der aktuellen Branchenumfrage des Bayerischen Handwerkstags (BHT) bewerteten 51 Prozent der Betriebe ihr aktuelle Lage als gut, 36 Prozent als befriedigend. Damit wurde das Vorkrisenniveau wieder fast erreicht. "Trotz aller Herausforderungen steht die Konjunktur-Ampel im bayerischen Handwerk klar auf grün", erklärte BHT-Präsident Franz Xaver Peteranderl bei der Vorstellung der Daten in München.
Sorgen bereiten den Handwerkern allerdings der Materialmangel, die gestiegenen Energiekosten sowie der Fachkräftemangel. Vor allem die Materialknappheit ist laut Peteranderl eine "ernste Gefahr" für die Handwerkskonjunktur. "Anstatt durch die Aufhebung der Corona-Beschränkungen ihre Geschäftstätigkeit ausweiten zu können, wurden die Betriebe zuletzt kräftig in ihrem Schaffen gebremst", sagte der BHT-Präsident. Gerade Holz- und Dämmstoffe, aber auch Elektronikteile und Metalle seien vielfach ausverkauft. Auf dieses Weise entgingen den Betrieben Umsätze, die sie jetzt dringend bräuchten, um die im Lockdown aufgezehrte Liquidität wieder aufzubauen.
Laut Umfrage beträgt die Kapazitätsauslastung der Betriebe aktuell 80 Prozent. Vor allem wegen des Materialmangels konnten längst nicht alle Aufträge abgearbeitet werden. Der Auftragsbestand stieg auch deshalb auf den Rekordwert von durchschnittlich 10 Wochen. Nach BHT-Schätzungen wurden im dritten Quartal 34,8 Milliarden Euro umgesetzt, ein Plus von 5,8 Prozent gegenüber dem Vorjahreswert. Wegen der Preisentwicklung dürfte das reale Wachstum aber nur etwa zwei Prozent betragen haben, berichtete Peteranderl. Die Zahl der Beschäftigten im Handwerk lag Ende September mit 963.600 leicht unter den Niveau des Vorjahres. Dafür legte die Zahl der Betriebe um 1,1 Prozent auf 208.400 zu. Für das Gesamtjahr prognostizierte Peteranderl ein Umsatzwachstum von nominal 3,5 Prozent.















Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.
Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.