Von Jürgen Umlauft
München. Der Präsident des bayerischen Handwerkskammertags, Franz Xaver Peteranderl, hat eindringlich vor einem neuen Lockdown gewarnt. Zwar hätten die Handwerksbetriebe über den Sommer eine spürbare Erholung erfahren, doch reiche dieser Aufschwung nicht aus, um die Verluste aus dem Frühjahr auszugleichen. Viele Betriebe müssten nach wie vor kämpfen, um über die Runden zu kommen. "Die Erholung der Wirtschaft steht weiterhin auf wackeligen Füßen, ein zweiter Shutdown muss unbedingt verhindert werden", erklärte Peteranderl. Es zeige sich schon jetzt, dass der Weg aus der Krise kein leichter sein werde.
Im Vergleich zum zweiten Quartal habe sich die Stimmung bei den Handwerksbetrieben in Bayern über die Sommermonate leicht verbessert. 46 Prozent der Handwerker bezeichneten ihre Lage derzeit als gut, weitere 35 als befriedigend. Zusammengenommen bedeute dies aber ein Minus von elf Prozentpunkten gegenüber dem Vergleichszeitraum von 2019, berichtete Peteranderl. Auch Umsatz, Auslastung und Auftragsbestand lägen unter den Vorjahreswerten. Nach ersten Schätzungen sei auch der Personalbestand geschrumpft, und zwar um 1,2 Prozent auf rund 960.000 Mitarbeiter. Bei neuen Lehrverträgen habe es ein Minus von 7,1 Prozent gegeben. Um ein Prozent auf etwa 206.000 zugelegt habe dagegen die Zahl der Handwerksbetriebe.
Beim Blick in die Zukunft seien die Handwerksbetriebe zurückhaltend, teilte Peteranderl weiter mit. Die große Mehrheit rechne mit einer gleichbleibenden Geschäftslage, immerhin jeder fünfte sehe aber schlechtere Zeiten auf sich zukommen. Dem Handwerk stehe also ein "durchwachsener Jahresausklang" bevor. Für das Gesamtjahr prognostizierte Peteranderl für das bayerische Handwerk ein Umsatzminus von 2,5 Prozent. Eine nachhaltige Verbesserung der Konjunktur werde erst im Laufe des Jahres 2021 erwartet.





















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