Die Lehren aus dem Shitstorm über Sheepworld

Human Blood vs. Sheepworld. Gut gegen Böse, David gegen Goliath. Das Duell - vor allem in den sozialen Medien - sagt viel über unsere Gesellschaft aus, findet Frank Werner

Das Schaf als Markenzeichen von Sheepworld in Ursensollen.
von Frank Werner Kontakt Profil
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Sheepworld spielt in der Champions-League der Geschenkartikel-Branche. Tausende Artikel bescheren dem Unternehmen aus Ursensollen einen Millionenumsatz. Auf Facebook hat Sheepworld, das mit dem Spruch "Ohne Dich ist alles doof" europaweit Bekanntheit erlangte, mehr als 370 000 Fans.

In das Kuschel-Image passen da so gar nicht die Posts von Gründer und Geschäftsführer Tobias R. Hiltl. Dort attackiert er Sea-Watch-Kapitänin Carola Rackete scharf, regt sich über das "linksgrüne Milieu" auf. Seine Privatmeinung auf seinem privaten Facebook-Account.

Aber in sozialen Medien ist eben nichts so richtig privat. Deswegen sind Hiltls Äußerungen - vorsichtig formuliert - ungeschickt platziert. Ein Unternehmer wie Hiltl braucht sich über den Shitstorm gegen Sheepworld nicht zu beklagen.

In der Diskussion über Flüchtlinge wird bei Statements von "öffentlichen Personen" doppelt aufgepasst. Der Spruch "Das wird man wohl noch sagen dürfen" hat hier eine andere Messlatte. Human Blood, ein Modelabel mit Oberpfälzer Wurzeln, das die Kooperation mit Sheepworld aufgekündigt hat, ist der David im Kampf gegen Goliath. Rund 12 000 Facebook-Freunde und ein Umsatz, über den Hiltl nur lächeln kann.

Aber Human Blood handelt konsequent. Und eine bessere Werbung kann sich das kleine Label gar nicht wünschen. Der Krieg der beiden Oberpfälzer Unternehmer steht symbolisch für den Riss in der Gesellschaft. Der eine als "Gutmensch" abgekanzelt, der andere als "Nazi" abgestempelt. Diese Spaltung zu kitten, ist die größte Herausforderung der Politik.

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