Lindners Versprecher bewahrheitet sich: Die Invasion Thüringens durch die FDP

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Wie war das noch? Lieber nicht regieren als schlecht? Erst zittert sich die FDP mit 5 Prozent ins Parlament, dann lässt sich Thomas Kemmerich zum Ministerpräsidenten wählen. Heimlich von der CDU, triumphierend von Höckes AfD.

Björn Höcke (rechts), Fraktionsvorsitzender der AfD, gratuliert Thomas Kemmerich (links, FDP), dem neuen Thüringer Ministerpräsidenten.
von Jürgen Herda Kontakt Profil
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Wenn die konservative "FAZ" der CDU die Duldung eines Linken als Ministerpräsident einer Rot-Rot-Grünen Minderheitsregierung in Thüringen empfiehlt, kann man daran ablesen: Amtsinhaber Bodo Ramelow ist alles andere als ein kommunistischer Systemfeind. Der Zeitung aus Frankfurt fällt als schlimmstes Prädikat ein: Auf den meisten Politikfeldern Mainstream wie SPD und CDU auch.

Die thüringische CDU hat sich anders entschieden. Um weder den linken noch den rechten Flügel zu verprellen, hat sie sich selbst aus der Regierungsbildung rausgehalten, um dann den Kandidaten einer FDP zu wählen, die sich im November mit 5,0 Prozent ins Parlament gezittert hatte. Dass Mohrings CDU zusammen mit Höckes AfD Thomas Kemmerich aus der FDP-Kiste zauberte, zeigt, wie ernst beide Parteien das Volk nehmen, dem sie sich rhetorisch doch so verbunden fühlen.

2,6 Prozent bei der Erfurter OB-Wahl

Wie beliebt der aus Aachen stammende Unternehmensberater Kemmerich in Thüringen ist, zeigte sich schon bei der OB-Wahl 2012 in Erfurt: Mit 2,6 Prozent der Stimmen erhielt er die wenigsten Stimmen aller sieben Kandidaten. Jetzt ist der Mann mit der hohen Stirn nach Reinhold Maier der zweite Ministerpräsident der FDP in der Geschichte der Bundesrepublik - letzterem hatte die amerikanische Militärregierung das Amt des Ministerpräsidenten von Württemberg-Baden übertragen.

Kemmerichs Alleinstellungsmerkmal: Er ist der erste Regierungschef, der mit Hilfe von Rechtsradikalen ins Amt gewählt wurde. Zum Ministerpräsidenten mit heimlicher Mehrheit aus verschämter CDU und triumphierender AfD. Da stellt sich die Frage: War Christian Lindners Lapsus im Bundestag gar kein Versprecher, als er statt von der Invasion Syriens von der Thüringens sprach? Wie war das noch? Lieber nicht regieren als schlecht regieren?

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