29.08.2018 - 23:33 Uhr
Deutschland & Welt

Lynchjustiz ist keine Alternative zum deutschen Rechtsstaat

Jeder Mord ist einer zu viel. In den vergangenen Jahren schwankte die Zahl der Opfer laut "Statista" zwischen 497 (2000) und 405 (2017). Eine Tendenz, dass es gefährlicher geworden ist, lässt sich nicht lesen. Kommentar von Jürgen Herda.

Falsch verstandener Rechtsstaat: Demonstranten der rechten Szene zünden Pyrotechnik und schwenken Deutschlandfahnen.
von Jürgen Herda Kontakt Profil
Kommentar

Die Mortalitätsrate durch Mord liegt in Deutschland mit 2,9 pro 100 000 Einwohner deutlich unter europäischem Schnitt - gefährlich lebt man in Honduras mit 74,6 Morden à 100 000.

Die polizeiliche Aufklärungsquote bei Mord liegt bei 95,5 Prozent. Mit Sicherheit werden auch der oder die Täter der Bluttat von Chemnitz verurteilt. Das macht kein Opfer wieder lebendig. Und für die Angehörigen ist es ein schwacher Trost.

Politische Systeme sind nie perfekt. Der demokratische Rechtsstaat hat sich aber als das Modell herauskristallisiert, das bisher dem Ideal einer gerechten Behandlung aller Bürger am nächsten kommt. Wie eine Alternative für Deutschland aussehen könnte, zeigen derzeit die Bilder von Chemnitz: Treibjagd auf alle, die anders aussehen.

Wie schreibt die AfD-Aussteigerin Franziska Schreiber, die als Landesvorsitzende der Jungen Alternative in Sachsen ganz nah dran war an der Parteispitze, in ihrem Erfahrungsbericht? "Die verbindenden Elemente in der AfD sind Trotz und Wut, ja Hass gegen Andersdenkende, der sich bis hin zu Gewalt- und Mordfantasien steigern kann. Tatsächlich sehnte eine Menge Leute in der AfD einen Terroranschlag geradezu herbei." Man muss befürchten, dass sich auch dieses Mal wieder jemand ins rechte Fäustchen lacht.

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