14.06.2021 - 15:59 Uhr
MünchenDeutschland & Welt

Eine Milliarde Euro für "grünen" Wasserstoff

"Grüner" Wasserstoff gilt als klimaschonender Energieträger der Zukunft. Bayern will sich an die Spitze der Innovation setzen. Vom Bund gibt es dafür nun eine Fördermilliarde.

Hubert Aiwanger (Freie Wähler), Wirtschaftsminister von Bayern, Markus Söder (CSU), Ministerpräsident von Bayern, und Peter Altmaier (CDU), Bundeswirtschaftsminister, nehmen nach einer Video-Schalte mit Vertretern von Unternehmen und Wissenschaft an einer Pressekonferenz teil.
von Jürgen UmlauftProfil

Der Bund will sechs bayerische Wasserstoffprojekte mit insgesamt einer Milliarde Euro fördern. Das gaben Bundeswirtschaftsminister Peter Altmeier (CDU) und Ministerpräsident Markus Söder (CSU) in München bekannt. Weitere 300 Millionen Euro will der Freistaat zuschießen, 700 Millionen die Projektpartner aus der Industrie. Geplant ist unter anderem eine Großserienfertigung für Brennstoffzellen bei Bosch in Bamberg. Auch Vorhaben von BMW und Siemens Energy sollen gefördert werden.

In der bundesweiten Endauswahl ist zudem der Bau eines Wasserstoffanwenderzentrums im niederbayerischen Pfeffenhausen. Dort könnten weitere 150 Millionen Euro investiert. Bayerns Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger (Freie Wähler) zeigte sich optimistisch, dass der Freistaat den Zuschlag für die Einrichtung erhalten wird. "Ich gehe davon aus, dass wir die besseren Karten haben", sagte Aiwanger. Konkurrenten sind noch Duisburg und Chemnitz.

"Leitidee für die Zukunft"

Söder erklärte, um beim Klimaschutz voranzukommen, müssten fossile durch grüne Energien ersetzt werden. Grüner Wasserstoff aus Sonnen- oder Windstrom sei deshalb eine "Leitidee für die Zukunft". Um eine möglichst hohe Eigenproduktion zu erreichen, müssten in Bayern die erneuerbaren Energien weiter ausgebaut werden. Zudem brauche man die neuen Stromleitungen aus Norddeutschland. Ohne diese sei Klimaschutz nicht machbar. Zur Förderung von Wasserstoffantrieben kündigte Söder den Aufbau eines Tankstellennetzes und die Anschaffung einer "Bayern-Flotte" mit wasserstoffbetriebenen Fahrzeuge an.

Altmaier sprach von einem "wichtigen Tag für Bayern und das Gelingen von Klimaschutz und Energiewende". Durch die Förderung technischer Innovationen profitiere auch der Wirtschaftsstandort, es würden zukunftsträchtige Arbeitsplätze entstehen. "Es handelt sich um die Verbindung des Sonnenlandes Bayern mit modernster Technologie" sagte Altmaier. Aiwanger sprach von einer "industriepolitischen Weichenstellung für die nächste Generation", deren Bedeutung man wohl erst in einigen Jahren begreifen werde. Man erreiche damit, dass nach dem Ende des fossilen Zeitalters "nicht Heulen und Zähneknirschen herrscht", sondern vor allem für die bayerische Automobilindustrie und ihre Zulieferer neue Perspektiven geschaffen würden.

Opposition begrüßt Initiative

Grüne und SPD begrüßten die Initiative im Grundsatz, forderten aber noch stärkere Investitionen in erneuerbare Energien. "Wasserstoff wächst nicht aus sich selbst heraus", erklärte Grünen-Fraktionschef Ludwig Hartmann. Um die gesamte Wertschöpfungskette für Bayern zu erschließen brauche es mehr Vorranggebiete für Photovoltaik und Windkraft. SPD-Fraktionschef Florian von Brunn trat in diesem Zusammenhang erneut für die Aufhebung der 10H-Abstandregel bei der Windkraft ein. Von einer klimaneutralen Energieversorgung und Wasserstoffproduktion sei "Bayern unter Söder Lichtjahre entfernt".

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