Die Handwerksbetriebe im Kammerbezirk Niederbayern/Oberpfalz beurteilen ihre aktuelle Geschäftslage etwas besser als vor einem Jahr. Das geht aus einer am Donnerstag vorgestellten Umfrage des bayerischen Handwerkstages hervor. Demnach beschrieben 84 Prozent der Betriebe ihre Situation als gut oder befriedigend, im Vorjahr waren es 83 Prozent. Die Stimmung war damit etwas schlechter als im Landesdurchschnitt. Gleiches gilt für die künftigen Geschäftserwartungen. Hier rechnen 81 Prozent der Handwerksbetriebe im Kammerbezirk Niederbayern/Oberpfalz mit gleichbleibenden oder besseren Geschäften. Vor einem Jahr waren es 77 Prozent.
Leicht rückläufig sind in Niederbayern und der Oberpfalz die Auslastung der Betriebe und der Auftragsbestand. Letzterer reicht derzeit im Durchschnitt für 11,9 Wochen, eine knappe Woche weniger als vor einem Jahr. Hauptgrund dafür dürfte der Einbruch bei den Bauaufträgen sein. Diese sackten wegen der hohen Bauzinsen und der gestiegenen Materialpreise um bis zu 20 Prozent ein. Nach Angaben von Franz Xaver Peteranderl, dem Präsidenten des Bayerischen Handwerkstages (BHT), zehren die Bauunternehmen aber noch von den vollen Auftragsbüchern aus den vergangenen Jahren. "Wir rechnen deshalb im Baugewerbe vorerst nicht mit einer tiefgreifenden Krise", sagte er. Die Hoffnung sei, dass die Branche ab der zweiten Jahreshälfte verstärkt von öffentlichen Bauaufträgen profitieren könne.
Große Zuwächse verzeichnen zurzeit das Kfz-Handwerk und verbrauchernahe Dienstleister. Peteranderl begründete dies mit Nachholeffekten aus der Corona-Zeit. Auch im Ausbaugewerbe sei die Lage durch Modernisierung und energetische Sanierung an Gebäuden gut. Verbessert zeige sich auch das Lebensmittelhandwerk, das aber insgesamt mit hohen Energie- und Rohstoffpreisen zu kämpfen habe. Die höheren Kosten könnten wegen der Konkurrenz zu Supermärkten und Discountern aber nur begrenzt an die Kunden weitergegeben werden, berichtete Peteranderl. Viele Betriebe müssten deshalb durch Einschränkungen im Sortiment oder kürzere Öffnungszeiten ihre Kosten senken.
Im Durchschnitt aller Branchen ins Minus gerutscht seien die preisbereinigten Umsätze sowie die Beschäftigtenzahlen. Dies werde sich wohl im Laufe des Jahres so fortsetzen, meinte Peteranderl. Nach dem historischen Tiefststand bei den neu abgeschlossenen Ausbildungsverträgen im vergangenen Jahr deutet sich nach Angaben von BHT-Hauptgeschäftsführer Frank Hüpers bayernweit eine Trendwende an. Im ersten Quartal 2023 sei die Zahl der Neuverträge um 4,5 Prozent gestiegen. Er hoffe, dass der neu eingeführte "Tag des Handwerks" an den bayerischen Schulen diese Entwicklung verstetigen könne.













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