06.05.2019 - 16:44 Uhr
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DJ Bobo mit "KaleidoLuna" in der Nürnberger Arena

Eine Hommage an die Zeit des Eurodance: DJ Bobo war am Sonntagabend in der Nürnberger Arena zu Gast - und beeindruckte vor allem mit seiner überdimensionalen Bühnenshow.

von Maria Oberleitner Kontakt Profil

DJ Bobo hat seine Posen aus den Neunzigern gerettet, und an diesem Sonntagabend in der Nürnberger Arena kostet er es vollends aus, sie zu präsentieren. Geradezu nach ihm benannt werden könnte das Nach-vorne-in-die-Knie-gehen und priesterhaft die Arme heben. Dass er nur halbherzig bei der Sache wäre, kann man ihm nun wirklich nicht vorwerfen. Trotzdem: Jedes Lied und jede Choreographie ähneln sich zu sehr, als dass sie nach mehr als zwei Stunden Show noch überraschen könnten.

"KaleidoLuna", seine Tour heißt wie sein aktuelles Album, ist kontrolliertes Feiern. Die Arena ist bestuhlt, trotzdem ist aufstehen und vor allem tanzen ausdrücklich erwünscht - das verkündet DJ Bobo durch die Lautsprecher, bevor er aus seinem Raumschiff direkt auf die Bühne katapultiert wird. Und sein Raumschiff ist gewaltig: Acht Meter misst es in der Höhe und mit Hilfe von Video-Projektionen verwandelt sich die Bühne immer wieder neu, wird zum Urwald, zum Spukhaus, zur spanischen Villa. Bei "Freedom" schließlich steht Bobo mit seiner Band auf einem zu 45-Grad gekippten Bühnenteil, hinter ihnen ein riesiger Wasserfall. Warum genau, das weiß man nicht. Spektakulär ist es allemal.

Queen und alte Träume

Aber zurück zur Ansage aus dem Raumschiff: Aus Sicherheitsgründen solle man bitte beim Tanzen vor dem eigenen Stuhl bleiben. Sicherheitsgründe hin- oder her. Richtig beteiligen möchte sich das Publikum eigentlich nur in Maßen, nach jedem Lied wird sich wieder hingesetzt. Applaudiert hingegen wird nahezu frenetisch. 5000 Menschen feiern den inzwischen 51-jährigen Schweizer. Zurecht: Er tanzt, er rappt - und vor allem ist er bei alledem verdammt sympathisch, beweist Humor und Spontanität. Schließlich hält er die erste Schallplatte hoch, die er jemals kaufte. Abgegriffen ist sie, die "Live Killers" von Queen aus dem Jahr 1979. Später wird er noch - zusammen mit Maurice, einem Jungen aus dem Publikum, der ihn auf einem Bluetooth-Schlagzeug begleitet - "We will rock you" singen.

Zunächst aber erzählt er von seinem großen Traum, die Menschen zum Tanzen zu bringen. Von seinen Tagen als DJ und wie er Anfang der 90er-Jahre verzweifelt versuchte, die Tanzfläche mit seinen ersten Singles ("I love you", "Ladies in the House" und "Let's groove") zum Beben zu bringen - und wie sie sich stattdessen oft leerte. Obwohl er doch sogar das Lied zuvor extra leise abgespielt hatte. Nach einigen Versuchen, beinahe desillusioniert, legte er im Oktober 1992 "Somebody dance with me" auf: "Und auf einmal haben die Leute getanzt." DJ Bobo wirkt, als könne er es nach all den Jahren eigentlich selbst kaum glauben und freut sich wie ein kleiner Junge, dass sich sein Traum erfüllt hat. Denn die Menschen tanzen - immer noch. Es funktioniert: Spätestens bei "Everybody" bleibt niemand mehr auf seinem Stuhl sitzen.

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Abschied mit Konfettiregen

Was an musikalischer und lyrischer Abwechslung fehlt, schafft er, durch Charme und Show wettzumachen. Denn letztere ist auf jeden Fall bombastisch: Bei "KaleidoLuna" fliegen leuchtende Drohnen über ihm eine Choreografie, zu "Save you" klettert er einem auf die Leinwand projizierten Strich-Mädchen hinterher. Seine Tänzer sind Vampire, Roboter oder Elfen - für die über 80 verschiedenen Kostüme zeichnet übrigens seine Frau Nancy verantwortlich - und wirbeln um ihn herum über die gesamte Bühne. Mit "There is a party" und einer Menge Konfetti entlässt er seine Zuschauer aus dem Bobo-Universum - bis in drei Jahren. Denn dann feiert er 30-jähriges Bühnenjubiläum.

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