12.09.2021 - 15:08 Uhr
NürnbergDeutschland & Welt

Kommentar zum CSU-Parteitag: Viel Euphorie, wenig konkrete Inhalte

Armin Laschet hat die spröde Schwester CSU in Nürnberg mit aller rhetorischer Kraft umworben und auf den Wahlsieg eingeschworen. Reicht das, den Abwärtstrend in den Umfragen zu stoppen? Ein Kommentar von Jürgen Umlauft.

Sieger des Parteitags: Markus Söder (rechts), CSU-Chef und Ministerpräsident von Bayern, steht nach dessen Rede mit Armin Laschet (links), Unions-Kanzlerkandidat und CDU-Vorsitzender, auf der Bühne. Es war der erste Präsenzparteitag der CSU seit dem Ausbruch der Corona-Pandemie.
von Jürgen UmlauftProfil
Kommentar

Wer hätte vor diesem Wochenende gedacht, dass ausgerechnet Armin Laschet die herbeigesehnte Trendwende im für die Union zuletzt ernüchternden Bundestagswahlkampf mit Leben erfüllen würde. Der gerade aus den Reihen der CSU angezweifelte und bisweilen zurecht gescholtene Kanzlerkandidat hat auf dem CSU-Parteitag überraschend für ein Erweckungserlebnis in der verzagten Unionstruppe gesorgt. Nun macht ein gelungener Auftritt noch keinen Kanzler, aber Laschet hat gezeigt, dass er kämpfen und unter Druck liefern kann.

Laschets Motivationsschub hat aber auch nicht darüber hinwegtäuschen können, dass die Kampagne der Union inhaltlich schmalbrüstig und ohne großen Tiefgang ist. Sie setzt auf die Wirkung vergangener Erfolge und die ideologische Abgrenzung von "den Linken". Wie die Klimaschutzziele erreicht, Familien entlastet und der Mittelstand konkret gefördert werden sollen, bleibt an vielen Stellen genauso nebulös wie Finanzierung der Wohltaten.

Hätte Laschet nicht wenigstens rhetorisch die Kohlen aus dem Feuer geholt, bliebe vom Parteitag nur wenig Aufbruch. Die Wiederwahl von Parteichef Markus Söder mit mäßigen 87 Prozent und vor allem die Fastdemontage der eigenen Spitzenkandidatin Dorothee Bär mit mauen 69 Prozent bei der Wahl zur Parteivizin wirken zwei Wochen vor der Bundestagswahl nicht gerade wie ein starkes Signal an die Wähler, uneingeschränktes Vertrauen ins eigene Personal zu haben.

Stehende Ovationen für Armin Laschet in Nürnberg

München

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