Oberpfalz
25.11.2022 - 12:45 Uhr

Heimatspiegel vorgestellt: 90 Prozent der Teilnehmer lebt gern in Bayern

Heimat ist für die meisten Bayern ein wichtiger Faktor für Lebensqualität. So lautet zumindest das Ergebnis einer Umfrage für den ersten "Heimatspiegel" der Staatsregierung. Die große Mehrheit der Bayern fühlt sich im Freistaat wohl.

Anfang November pflanzte Heimatminister Albert Füracker gemeinsam mit Landwirtschaftsministerin Michaela Kaniber (im Hintergrund) die ersten der 1000 Bäume, für welche die Umfrage-Teilnehmer Baumpatenschaften gewinnen konnten. Bild: Bayerisches Finanz- und Heimatministerium /Christian Blaschka
Anfang November pflanzte Heimatminister Albert Füracker gemeinsam mit Landwirtschaftsministerin Michaela Kaniber (im Hintergrund) die ersten der 1000 Bäume, für welche die Umfrage-Teilnehmer Baumpatenschaften gewinnen konnten.

Mehr als 90 Prozent der bayerischen Bevölkerung lebt gern im Freistaat und fühlt sich hier auch zu Hause. Das geht aus einer Umfrage des Heimatministeriums hervor, an der sich rund 5800 Personen beteiligt haben. 84 Prozent der Befragten erklärten zudem, sich in ihrer Heimatgemeinde wohlzufühlen. Für knapp 90 Prozent sind Toleranz und gesellschaftlicher Zusammenhalt in Bayern wichtige Faktoren für das positive Lebensgefühl. Dazu trügen auch ehrenamtliches Engagement sowie Tradition und Brauchtum bei.

Heimatpolitik als Gegenpol zu Digitalisierung und Globalisierung

"Heimat ist ein wichtiger Anker für die Menschen in Bayern", erklärte Heimatminister Albert Füracker bei der Vorstellung der Daten in Nürnberg. Die gelebte Vielfalt und das Zusammenspiel von Stadt und Land mache die Attraktivität Bayerns aus. Heimatpolitik sei dabei der notwendige Gegenpol zu Digitalisierung und Globalisierung. "Bayern ist weltoffen und gibt allen Menschen die Chance, sich hier zu Hause zu fühlen", bilanzierte Füracker. Die Umfrage hielt er für aussagekräftig, weil die Teilnehmer ziemlich gleichmäßig verteilt aus allen Regionen sowie Gesellschafts- und Altersschichten gekommen seien. Für die ersten 1000 eingesendeten Fragebögen pflanzte das Heimatministerium in Kooperation mit den Bayerischen Staatsforsten jeweils einen Baum. Laut Heimatministerium nahmen von den insgesamt 5800 Teilnehmern rund 1100 Personen online an der Umfrage teil, 4100 Antworten kamen per Brief. Postalisch wurden vorab 50.000 Haushalte zufällig und nicht personalisiert angeschrieben. Das Ministerium sieht damit "die verschiedenen Bevölkerungsgruppen ausreichend repräsentiert".

Befragte sehen trotzdem Verbesserungsbedarf durch Politik

Laut der zwischen März und Mai 2022 durchgeführten Umfrage glauben rund zwei Drittel der Bayern, dass sich ihre persönlichen Lebensumstände auch in Zukunft positiv entwickeln werden. Füracker sprach von einer "positiven Grundeinstellung" der Bayern. Trotzdem sahen die Befragten auf zahlreichen Feldern weiteren Verbesserungsbedarf durch die Politik. An erster Stelle stand dabei die flächendeckende ärztliche Verbesserung. Es folgten der Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs, Sorgen wegen angespannten Wohnungsmarktes und der Umstieg auf erneuerbare Energien. Politische Mega-Themen wie der Klimaschutz und die Digitalisierung kamen erst an neunter und zehnter Stelle.

Der Heimatspiegel ist Teil des „Zukunftsdialogs Heimat.Bayern“, den das Heimatministerium zusammen mit dem Landwirtschaftsministerium im März 2022 gestartet hat. Im Rahmen dieses Dialogformats mit Bürgerinnen und Bürgern fanden neben der Umfrage auch acht Regionalkonferenzen statt. Füracker kündigte an, die Ergebnisse der Umfrage und des begleitenden Bürgerdialogs in die konkrete Politik einfließen zu lassen. Die Arbeit der Staatsregierung könne damit noch zielgerichteter an den Bedürfnissen der Menschen ausgerichtet werden. Als positiv bewertete der Minister auch die Ergebnisse des Heimatberichts für 2021. Daraus gehe hervor, dass gerade der ländliche Raum immer attraktiver werde. Dort sei das Bevölkerungswachstum größer als in städtischen Regionen. Der auf statistische Daten der Landkreise und Gemeinden beruhende Bericht wird seit 2014 veröffentlicht.

Hintergrund:

Daten aus dem Heimatbericht zur Oberpfalz:

Nach dem ersten Corona-Jahr 2020 haben sich die zentralen Eckdaten für die Oberpfalz 2021 wieder spürbar verbessert:

  • Anstieg der Einwohnerzahl um 0,4 Prozent auf knapp 1.117.000 Personen
  • Plus von 300 Geburten (+3 Prozent)
  • Positiver Wanderungssaldo von fast 7000 Personen
  • Leichte Bevölkerungsrückgänge in den Städten Amberg und Weiden, sowie im Landkreis Tirschenreuth (je -0,1Prozent)
  • Anstieg der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten auf 486.350 (+1,2 Prozent)
 
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