28.07.2021 - 12:36 Uhr
OberpfalzDeutschland & Welt

Landrat, Musiker und Metalhead

Los ging's mit alten Schlagern, die der Papa auf der Gitarre zupfte. Später wurde harter Heavy Metal draus. Landrat Thomas Ebeling erzählt im Podcast "Mein Soundtrack" über Anfänge und Ist-Zustand seiner musikalischen Leidenschaft.

E-Gitarre und "Pommesgabel": Thomas Ebeling hält mit seiner Begeisterung für Heavy Metal nicht hinterm Berg. Der Landrat des Landkreises Schwandorf veröffentlicht regelmäßig Videos, in denen er gehörig in die Saiten langt.
von Stefan Puhane Kontakt Profil

Der junge Mann auf dem Handyfoto wirkt wie einem Poster aus dem Musikmagazin "Metal Hammer" entsprungen: Lange, pechschwarze Haare bis zur Hüfte, dunkler, dichter Bart an Kinn und Oberlippe. Das Foto, das in einer Aufnahmepause der neuen Folge des Podcasts "Mein Soundtrack" kurz auftaucht und sogleich auch wieder verschwindet, zeigt tatsächlich aber keinen Star aus dem Rock-Olymp, sondern vielmehr Thomas Ebeling in jungen Jahren. Zur Veröffentlichung im "Neuen Tag" und Onetz freigeben will es der CSU-Landrat des Landkreises Schwandorf aber dann doch nicht, und dennoch lässt es die musikalische Gesinnung des Lokalpolitikers unschwer erahnen: Thomas Ebeling steht mächtig auf Heavy Metal – und das ist auch gut so.

Hier geht's zur aktuellen Folge

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Klassischer Gitarrenunterricht

Obwohl die Schlager à la Freddie Quinn, die der Vater des gebürtigen Regensburgers zum Besten gab, noch nicht seine spätere musikalische Rockleidenschaft beeinflusst haben dürften, waren sie zumindest der erste Kontakt zu Instrument und Gesang, die Ebeling seither sein bisheriges Leben lang begleiten. Was der Papa kann, will ich auch können, dachte sich vermutlich der kleine Thomas – und bat seine Eltern um Gitarrenunterricht, als er circa sechs Jahre jung war. "Ganz klassisch" habe er seine ersten Gehversuche mit den sechs Saiten gestartet – "wirklich noch nach Noten, was heute ja kein Mensch mehr macht".

Das klassische Erlernen des Instruments ging so lange gut, bis "Guns 'n' Roses" ihr Megaseller-Album "Appetite for destruction" veröffentlichten. Um Ebeling, damals 13, war es seitdem geschehen, er infizierte sich damit sozusagen mit dem Heavy-Metal-Virus, von dem er bislang auch nicht mehr geheilt werden konnte. Will er aber auch gar nicht. Denn die Augen des 45-Jährigen leuchten förmlich, wenn er in unserer aktuellen Podcast-Folge von dieser, "seiner" Musikrichtung spricht. Da mutiert der Chef der Schwandorfer Landkreisbehörde flugs zum wilden Metalhead, da wird aus dem netten Herrn Ebeling sogleich der wilde Rockgitarrist, der mit jedem Riff die Belastbarkeit seiner Lautsprecherboxen auslotet.

Wenn du das im Auto hörst, dann hast du eine gewisse Grundeinstellung zum Straßenverkehr.

Thomas Ebeling scherzhaft über die Musik von Slipknot

Bands wie Slipknot ("Die gehen ab wie Schmidts Katze"), Five finger death punch, Megadeth oder Metallica lassen das Herz des Politikers schnell höher schlagen – und ihn den Lautstärkeregler am Autoradio spontan nach oben drehen. "Wenn ich Musik höre, dann höre ich Heavy Metal", berichtet er. "Dann ist in der Playlist AC/DC aber noch das Softeste." Und wenn der Schwermetall-Sound so auf ihn einprasselt, erweckt das gleichzeitig und auch regelmäßig den Drang, selbst die Stromgitarre in den Amp zu stöpseln.

Regelmäßige Bandproben

"Ich kann beim Gitarrespielen sehr gut abschalten", beschreibt er selbst ganz unspektakulär die Leidenschaft für das Musizieren auf dem Saiteninstrument. Und das tut er regelmäßig. Entweder mit seiner Band, die er bereits im Teenie-Alter gegründet hat, die in wechselnder Besetzung immer noch zusammen Musik macht, aber deren Namen er uns aber partout nicht verraten wollte. Oder aber neuerdings – seit den Corona-Lockdowns – in Form von Musikvideos, in denen er bekannte und unbekanntere Metal- und Rocksongs mit Musikerkollegen neu vertont und auf Facebook, Youtube und Co. hochlädt.

Aber was fasziniert ihn, den studierten Juristen und CSU-Landrat, so sehr an der ungezügelten Musik, die große Teile der Gesellschaft noch immer regelmäßig in Angst und Schrecken versetzt? "Viele schätzen das falsch ein", verteidigt Thomas Ebeling die Metal-Gemeinde ganz gelassen. Wer Heavy Metal höre, habe keineswegs auch automatisch lange Haare oder sei tätowiert. Viele Lieder aus diesem Genre hätten vielmehr schon einige Jährchen auf dem Buckel, und dementsprechend alt seien auch diejenigen, die sie anhören. "In meinem Alter, sprich Mitte 40 oder mit 50, gibt es unglaublich viele Leute, die ganz seriös in ihrem Beruf sind – die sind Anwalt oder Richter – und hören halt Heavy Metal – und die triffst du dann auf einem Konzert oder Festival."

Wacken fest eingeplant

Stichwort Festivals: Auf deren baldiges Comeback nach den Corona-Einschränkungen hofft der 45-Jährige, Karten für Wacken 2022 und die verschobene Iron-Maiden-Tour liegen schon und noch immer in der Schublade. Denn an die Besuche derartiger Veranstaltungen hat er nur die allerbesten Erinnerungen, sei es als groovender Fan der dort performenden Heavy-Combos oder bei denk- und erinnerungswürdigen Augenblicken, die einem eben nur auf Festivals widerfahren. Da findet man den Schwandorfer Landrat dann schon mal um 2 Uhr früh unter der Dusche des Campingplatzes, wo er mit vielen anderen Besuchern leidenschaftlich und "aus vollster Kehle" den Blind-Guardian-Klassiker "The Bard's Song" zum Besten gibt.

Hier geht's zum Artikel zur Folge mit Landrat Andreas Meier

Oberpfalz

Die Playlist von Thomas Ebeling

Von Kindesbeinen an gehört die E-Gitarre zu Thomas Ebeling. In der neuen Folge unseres Podcasts "Mein Soundtrack" spricht er über seine Leidenschaft zu Heavy Metal.
Info:

Der Podcast

Die aktuelle Folge unseres Musik-Podcasts "Mein Soundtrack" sowie alle anderen Podcasts von Oberpfalz-Medien gibt es bei Spotify, Google Podcasts, Apple Podcasts und Deezer.

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