25.03.2021 - 11:26 Uhr
OberpfalzDeutschland & Welt

So gartelt die Oberpfalz

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Kaum hat sich der Frühling angemeldet, geht die Suche nach grüner Inspiration los. Kreative Ideen und viele Tipps gibt es im Gartenbuch von Oberpfalz-Medien-Redakteurin Gertraud Portner zu entdecken. 25 Privatgärten öffnen dazu ihre Türen.

Mohn zieht das Auge und die Insekten an.
von Redaktion ONETZProfil

Das grüne Glück finden: Wer einen Garten, einen Balkon oder eine Terrasse besitzt, freut sich trotz der anhaltenden Corona-Pandemie auf die nächsten Wochen. Denn der Frühling ist da und damit die Zeit des Wachsens und Werdens. Gerade im Lockdown kann der Garten ein entscheidender Faktor für Lebensqualität sein. Schließlich bietet der Aufenthalt in der Natur Entspannung pur. Vorausgesetzt, man hat die richtige Mischung zwischen Arbeit und Erholung für sich entdeckt. Das Buch "Oberpfälzer Gartenglück - Hobbygärtnern ins Beet geschaut" kann dabei helfen.

Autorin Gertraud Anna Portner - den NT-Lesern seit Jahren als Redakteurin mit dem "grünen Daumen" bekannt - stellt 25 sehr unterschiedliche Gärten aus allen sieben Landkreisen vor. Die Grundstücke sind zwischen 200 und 13.000 Quadratmeter groß und die Vielfalt ist dabei enorm: vom Parkgarten mit Schwimmteich bis zum Bauerngarten zur Selbstversorgung, vom Dachgarten und Schrebergarten bis zum zertifizierten Naturgarten.

In Zeiten der Digitalisierung ist die Motivation zum Garteln größer denn je. Denn Home-Office nimmt zu und damit die Chance, auch am Dorf oder am Stadtrand arbeiten zu können. Der Garten wird zur "kleinen heilen Welt" und damit zu einem Gegenpol zu den globalen Krisen. Jahrzehntelang als spießig verpönt, wird wie wild gesät und gepflanzt. Auch junge Familien schätzen es, Salat und Radieschen, Tomaten und Zucchini in Bioqualität vor der Haustür ernten zu können. Selbst Promis outen sich als Gartler und lassen die Welt wissen, wie befriedigend und entspannend doch ihr neues Hobby sei. Und es stimmt: "Mit den Händen in der Erde etwas Neues zu erschaffen, das senkt den Stresslevel enorm", weiß die Autorin aus eigener Erfahrung.

Auch für den Garten gilt: Die Schönheit liegt im Auge des Betrachters. Während einige für "Rasen und Rosen" schwärmen, erfreuen sich andere an einem Schwarm Schwebfliegen in den Mohnblüten oder legen eine Totholzecke an. Das Buch "Oberpfälzer Gartenglück" will als Bildband, Lesebuch und Ratgeber dazu animieren, sich beim Entdecken des "grünen Daumens" auf seinen eigenen, individuell passenden Weg zu machen. Auf 176 Seiten wartet eine Rundreise von Auerbach im Landkreis Amberg-Sulzbach bis Wenzenbach im Regensburger Land, vom Grenzort Mähring im Nordosten bis nach Plankstetten im Südwesten. Wie beim persönlichen Gespräch am Gartenzaun, kann man in den Texten und den rund 300 Bildern erfahren, nach welchen Vorlieben und Schwerpunkten jeweils gegartelt wird. Die Leser können nachvollziehen, wie aus einem Acker ein blühendes Paradies entstanden ist. Die Erfahrungsberichte sind in kurzweilige Gartengeschichten gepackt.

Jede Reportage enthält farblich abgesetzte Kästen mit Gartenwissen. Es gibt Tipps rund um Rosen und Stauden, zum Hortensienschnitt und zum Dahliengarten. Vorgestellt wird das Trendthema "Permakultur" sowie der Unterschied zwischen Fruchtfolge und Mischkultur und was es mit samenfestem Saatgut auf sich hat. Hobbygärtner erzählen, wie sie ein Kartoffel-Heubeet angelegt haben oder Gemüse auf Strohballen kultivieren. Es gibt Interessantes zur Bodenpflege, zum Schatten- oder Asiagarten, zu kleinen Obstbäumen und gesunden Kübelpflanzen zu erfahren. Aus der Praxis wird erzählt, wie das Ansetzen einer Brennnesseljauche oder der Aufbau einer Benjeshecke funktioniert.

Etliche im Buch vorgestellte Anwesen sind den Fans vom "Tag der offenen Gartentür" bereits bekannt. Sie können sich auf ein Wiedersehen mit Hobbygärtnern aus allen sieben Landkreisen freuen. Die Standorte: Landkreis Tirschenreuth (Mitterteich, Bad Neualbenreuth und Mähring); Landkreis Neustadt/WN (Waldthurn, Lennesrieth, Spielberg); Amberg-Sulzbach (Auerbach, Birgland, Kastl); Landkreis Schwandorf (Oberviechtach, Winklarn, Thanstein); Landkreis Cham (Pemfling, Schorndorf); Landkreis Neumarkt (Mühlhausen a.d. Sulz, Plankstetten, Seubersdorf, Lupburg); Landkreis Regensburg (Sinzing, Kleinprüfening, Wenzenbach); Stadt Regensburg (Kleingartenanlage). Alle vorgestellten Gärten haben eines gemeinsam. Sie strahlen ebenso wie ihre Besitzer eine ansteckende Harmonie aus. Und sie bestechen mit ihrer ganz eigenen Persönlichkeit und transferieren die Lust und Leidenschaft, mit der sie gepflegt werden.

Aus jedem Garten wird eine Lieblingspflanze porträtiert, von der Amerikanischen Pfeifenwinde und dem Berglauch bis zum Tulpenbaum und Zierapfel. Die Leser erfahren, dass Herbsthimbeeren weniger anfällig für Schädlinge sind, die Palmlilie nichts krumm nimmt und es neue Sorten des Schwarzen Maulbeerbaums gibt, die auch in kleinere Gärten passen. Abgerundet wird das Buch mit einer Rezeptseite sowie sieben Expertenbeiträgen: Kreisfachberater an den Landratsämtern informieren über Staudenvielfalt, Gemüsegarten sowie Heil- und Gewürzkräuter. Sie berichten, wie man einen kindgerechten oder naturnahen Garten anlegt, wie sich der Garten im Winter präsentiert und welche Pflanzen sich für den "Oberpfälzer Garten von morgen" eignen.

Zwischen den Zeilen dringt durch, dass auch die Autorin mit dem Gartenvirus infiziert ist: "Es ist ein unbeschreibliches Glücksgefühl, sich kreativ mit Pflanzen auseinanderzusetzen." Mit ihrem ersten Buchprojekt will Gertraud Anna Portner die Vielfalt des Gartelns in der Oberpfalz aufzeigen. Sie will aber auch die Lust am Ausprobieren wecken: "Dabei muss nicht alles gleich klappen, denn jeder Garten ist anders." Schon aufgrund der Einflüsse von Boden und Klima auf die Pflanzen sei die Natur nicht kopierbar. Diese Tatsache gebe aber auch die Freiheit, seinen eigenen Weg zum Gartenglück zu finden. Die Reportagen ermuntern dazu. Schließlich hat jeder noch so schöne Wohlfühlgarten mit dem ersten Spatenstich begonnen. Der Frühling ist da: Auf geht's in den Garten!

Der Tag der offenen Gartentür zeigt jedes Jahr die Vielfalt der Oberpfälzer Gärten auf

Oberpfalz
Info:

Hintergrund

  • Die Standorte der 25 vorgestellten Privatgärten: Landkreis Tirschenreuth (Mitterteich, Bad Neualbenreuth und Mähring); Landkreis Neustadt/WN (Waldthurn, Lennesrieth, Spielberg); Amberg-Sulzbach (Auerbach, Birgland, Kastl); Landkreis Schwandorf (Oberviechtach, Winklarn, Thanstein); Landkreis Cham (Pemfling, Schorndorf); Landkreis Neumarkt (Mühlhausen a.d. Sulz, Plankstetten, Seubersdorf, Lupburg); Landkreis Regensburg (Sinzing, Kleinprüfening, Wenzenbach); Stadt Regensburg (Kleingartenanlage).
  • "Oberpfälzer Gartenglück - Hobbygärtnern ins Beet geschaut" von Gertraud Anna Portner. 1. Auflage 2021, 176 Seiten, Format 21 x 24 cm, durchgehend farbig, Hardcover. ISBN: 978-3-95587-081-2. Preis: 24,90 Euro.
Info:

Die Autorin

Gertraud Anna Portner, Jahrgang 1963, hat den Garten schon früh als ihr Lebenselixier entdeckt. Der Bauerngarten der Mutter prägte das Bewusstsein für Pflanzen, welches sie als junge Erwachsene beim Neubau auf der "grünen Wiese" verwirklichen konnte. Aktuell freut sie sich über ihren vor sieben Jahren angelegten Garten rund ums Holzhaus mit natürlichem Bachlauf, einer kleinen Hühnerschar und viel Natur. Mit der Einstellung "Mich begeistert die Perfektion einer Rosenblüte ebenso wie das bunte Durcheinander einer Blumenwiese" hat sie sich auf Anfrage des Battenberg-Gietl-Verlags aus Regenstauf (Buch- und Kunstverlag Oberpfalz) auf das Abenteuer eingelassen, ein regionales Gartenbuch zu schreiben.

Beruflich setzt sie als Redakteurin von Oberpfalz-Medien gerne „grüne Themen“ in Szene. Sie fungierte 2011 als leitende Redakteurin bei der Herausgabe einer Gartenzeitung im NT-Verlagshaus. Im Magazinteil der Tageszeitung informiert sie jedes Jahr zur Landesgartenschau und über den "Tag der offenen Gartentür" in der Oberpfalz. Sie ist bei der Gartenpflegervereinigung des Landkreises Schwandorf aktiv und konnte bei Lehrgängen und Spezialkursen des Landesverbands für Gartenbau und Landespflege wertvolles Gartenwissen ansammeln.

Es ist ein unbeschreibliches Glücksgefühl, sich kreativ mit Pflanzen auseinanderzusetzen.

Gertraud Anna Portner

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