28.01.2021 - 11:48 Uhr
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CSU-Fraktion will US-Präsident Biden nach Pegnitz einladen

Die CSU-Fraktion stellt den Antrag, dass US-Präsident Joe Biden zu einer Gedenkveranstaltung nach Pegnitz eingeladen werden soll. Anlass ist ein tragisches Unglück in der Region vor 50 Jahren mit 37 toten US-Soldaten.

US-Präsident Joe Biden wird vielleicht bald eine Einladung aus Pegnitz erhalten.
von Redaktion ONETZProfil

Von Kerstin Goetzke

„US-Präsident Joe Biden kommt nach Pegnitz“ – das könnten Medien vermelden, wenn es nach der CSU-Fraktion im Pegnitzer Stadtrat geht. Denn ihr Sprecher Werner Lappat hat im Namen der sechs Stadtratsmitglieder einen Antrag gestellt, dass Biden zu einer Gedenkveranstaltung anlässlich des Hubschrauberabsturzes an der Fischelhöhe vor 50 Jahren eingeladen wird.

„Am 18. August 2021 ist es ein halbes Jahrhundert her, dass bei dem bis dato schlimmsten Hubschrauberabsturz seit Ende des Zweiten Weltkriegs 37 US-Soldaten in Pegnitz auf der Fischelhöhe ihr Leben verloren haben, es für uns alle geopfert haben“, heißt es in dem Antrag. Der heutige CSU-Stadtrat Dr. Rainer Dippe hat das Unglück als Neunjähriger miterlebt und angeregt, die Gedenkveranstaltung mit dem Präsidenten zu begehen.

Protokolle sind zu beachten

„Zusammen mit unserer Partnerbrigade aus Grafenwöhr sollten wir als Stadt Pegnitz eine gebührende Gedenkfeier veranstalten. So war dies auch schon beim Eingehen der Partnerschaft im Juni 2020 angedacht gewesen“, so Lappat weiter. Zu dieser Feierlichkeit solle der Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika, „seine Exzellenz, Herr Joseph R. Biden“ offiziell und formal eingeladen werden, um der Gefallenen zu gedenken und um zum Frieden und zum Miteinander und zur Freiheit in allen Zeiten und an allen Orten dieser Welt aufzurufen, erklärt die CSU-Fraktion in dem schriftlichen Antrag. „Diese Einladung wäre dann unter Mithilfe der Bundestagsabgeordneten auf offiziellem Weg über das Außenministerium, das Verteidigungsministerium, das Bundeskanzleramt und den Bundespräsidenten an den US-Präsidenten zu übermitteln“, wird weiter vorgeschlagen. Abschließend heißt es: „Wir würden es begrüßen, wenn die Stadt die Einladung in Absprache mit unserer Partnerbrigade zeitnah ausspricht.“

Als „löblich“ bezeichnet der Pegnitzer Bürgermeister Wolfgang Nierhoff von der Pegnitzer Gemeinschaft (PEG) den Antrag der CSU-Fraktion. „Ich würde mich sehr freuen, wenn Joe Biden nach Pegnitz käme“, betont er. Allerdings gibt er zu bedenken, dass es für offizielle Veranstaltungen gewisse Protokolle, also Vorgehensweisen, zu befolgen gibt.

"Zu hoch gegriffen"

In Absprache mit der US-Armee in Grafenwöhr sei die Stadtverwaltung bereits seit einem Vierteljahr mit den Vorbereitungen für die Gedenkveranstaltung im August beschäftigt. Die Einladungsliste müsse mit den US-Amerikanern abgestimmt werden. „Den Präsidenten einzuladen, ist zu hoch gegriffen, auch wenn die Intention der CSU-Kollegen sicherlich eine gute ist. Das möchte ich gar nicht in Abrede stellen“, so der Bürgermeister. Er käme nicht auf die Idee, die Bundeskanzlerin Angela Merkel oder Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier einzuladen. „Aber schon die entsprechenden Politiker auf Landesebene.“ Auf Nierhoffs Bedenken angesprochen, entgegnet Lappat: „Wer etwas erreichen will, muss groß denken. Kleiner wird es von alleine.“ Selbst wenn der Stellvertreter des Stellvertreters komme, würde das der Veranstaltung einen ganz anderen Rahmen geben. Dann würde das Denkmal aufgehübscht, der Wanderweg, der dort hin führt, verbessert und vielleicht eine Bank aufgestellt werden. „Das hätte einen positiven Effekt für das Stadtmarketing und würde die Wirtschaft vor Ort stärken, weil die Leute ja auch in Pegnitz übernachten würden“, meint Lappat im Gespräch mit der Redaktion.

"Der Präsident wird es sich sicher überlegen"

Den Vorschlag, eine Wanderbank aufzustellen und den Weg zu verschönern, belächelt der Bürgermeister etwas: „Das ist schon lange in Planung. Auch wenn der Präsident nicht kommen sollte, werden wir der Veranstaltung einen besonderen Rahmen geben.“ Im Sinne der Naherholung werden im Frühjahr an der Fischelhöhe ohnehin neue Sitzgruppen aufgestellt. Die Gedenkstätte selbst, deren Optik Lappat missfällt, soll wieder ein Rotorblatt eines baugleichen Hubschraubers erhalten, erklärt Nierhoff. Das Hubschrauberteil, das sich bis vor ein paar Jahren an der Stelle befand, war verwittert.

Auch der Pressesprecher der US-Armee in Grafenwöhr, André Potzler, betont auf Nachfrage der Redaktion, dass die Gedenkstätte bis zum Sommer aufgewertet werden soll. Dort solle dann ein „würdiger und angemessener Event auf Deutsch und Englisch stattfinden“. Er arbeite bereits seit einem Jahr an einem Konzept dafür, dieses steht kurz vor der Fertigstellung.

Der CSU-Vorschlag habe in seinem Umfeld „positive Reaktionen in allen Bereichen“ hervorgerufen, so Potzler. „Die Einladung muss aber ebenengerecht erfolgen.“ Wer zu der Gedenkveranstaltung eingeladen wird, möchte er noch nicht verraten, weil die offiziellen Stellen noch nicht informiert sind. Außerdem werde der Antrag bei der Armee geprüft und bearbeitet.

Lappat bleibt dabei: „Wenn es eine offizielle Einladung der Bundesrepublik Deutschland gibt, wird es sich der US-Präsident sicherlich überlegen.“

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