22.11.2019 - 12:01 Uhr
PullenreuthDeutschland & Welt

Maria Frank über "The Taste": "Ich hatte fast schon einen Löffel-Koller"

Nach ihrem Ausscheiden im Halbfinale der Koch-Show "The Taste" (Sat.1) haben wir Maria Frank bei ihr zu Hause in Pullenreuth getroffen. Sie erzählt von ihren Erlebnissen während der Dreharbeiten und verrät ihre Pläne für die nächste Zeit.

Maria Frank erzählt bei ihr zu Hause in Pullenreuth über ihre Teilnahme bei "The Taste".
von Susanne Forster Kontakt Profil

Maria Frank, die gemeinsam mit ihrer Tochter eine Catering- und Eventagentur in Pullenreuth betreibt, war Kandidatin bei der Koch-Show "The Taste". Die Oberfpälzerin schaffte es bis in das Halbfinale der Sat.1-Sendung und teilt im Gespräch mit Oberpfalz Medien die Eindrücke zur ihrer Teilnahme.

ONETZ: Frau Frank, jetzt ist es öffentlich, dass Sie im Halbfinale der Koch-Show „The Taste“ ausgeschieden sind. Der Dreh liegt ja schon etwas zurück. Wie fühlen Sie sich jetzt?

Maria Frank: Richtig, gedreht wurde im Mai und im Juni, und direkt nach meinem Ausscheiden war ich natürlich enttäuscht. Aber jetzt, nachdem einige Zeit vergangen ist, überwiegt das Positive. Es war toll, viele neue Impulse bekommen und Freundschaften geschlossen zu haben. Der Einblick in die Sterneküche und die Begegnungen mit den Starköchen war faszinierend.

ONETZ: Wie haben Sie die Sendung zu Hause mitverfolgt und wusste ihre Familie, wie weit Sie kommen?

Maria Frank: Gemeinsam mit meiner Familie habe ich jeden Mittwoch „The Taste“ geschaut. Und mein Sohn hat für uns alle gekocht. Von meiner Familie wusste niemand, außer meiner Tochter, Bescheid, ob ich weiterkomme. Die Reaktionen, als ich ausgeschieden bin, waren gemischt. Natürlich waren alle froh, dass ich so weit gekommen bin. Aber alle waren auch enttäuscht und hatten Tränchen in den Augen.

ONETZ: Wie lange dauerte der Dreh der Staffel und wo haben Sie während der Dreharbeiten gewohnt?

Maria Frank: Es waren einige Wochen Drehzeit. Da ich vom Anfang bis fast zum Ende dabei war, war ich über drei Wochen lang in einem Hotel in München untergebracht. Dort haben auch die anderen Kandidaten während ihrer Teilnahme gewohnt. In dieser Zeit drehte sich alles um Löffel und ich war wie in einem Dreh-Tunnel – ich hatte fast schon einen Löffel-Koller (lacht).

Pullenreuth

ONETZ: Waren Sie vor jeder Aufzeichnung nervös? Was war das Schwierigste bei den Dreharbeiten?

Maria Frank: Ja, total. Ich war immer nervös. Aber das wurde mit der Zeit besser. Vor allem, wenn ich auf dem Balkon stand, und das Urteil der Jury abgewartet habe, war ich sehr aufgeregt. Das größte Problem war der Zeitdruck. Im Vergleich zum Catering, das ich beruflich mache, gab es bei „The Taste“ keine Vorbereitungszeit, die ich sonst gewohnt bin. Da geht alles zack, zack, zack. Die kleinen Portionen waren nicht so ein großes Problem für mich, aber mit den Küchengeräten, an die ich mich erst gewöhnen musste, habe ich mich schwer getan. Vor allem der Gasherd hat mir Probleme bereitet, denn bei mir zu Hause in der Küche koche ich auf einem Induktionsherd.

ONETZ: Wurde das Thema wirklich erst in der Sendung bekannt gegeben und mussten Sie sich die Gerichte wirklich innerhalb kürzester Zeit überlegen?

Maria Frank: Ja, das war tatsächlich so. Die Themen haben wir immer direkt in der Sendung unmittelbar vor dem Kochen erfahren. Wir hatten eine Speisekammer, die immer mit einem gewissen Grundgerüst ausgestattet war. Passend zum Motto, zu dem gekocht werden musste, wurde dann immer noch eine Box mit passenden Zutaten bereitgestellt, als das Los mit dem Thema gezogen wurde. Als ich das Thema Spanien gezogen habe, war beispielsweise Chorizo in der Zutaten-Kiste. Aus dem Zutaten-Vorrat habe ich mir dann innerhalb weniger Minuten meine Rezepte gebaut.

ONETZ: Wie war das Verhältnis zu den anderen Kandidaten? War es ein freundschaftliches oder sahen sich die Teilnehmer untereinander als Konkurrenten?

Maria Frank: Das Verhältnis zu den anderen Kandidaten war sehr gut. Da uns alle eine Gemeinsamkeit, das Kochen, verbindet, gab es auch immer ein Gesprächsthema. Da konnte man sich locker auch einmal den ganzen Tag nur übers Kochen unterhalten. Klar, es haben sich gewisse Grüppchen gebildet, und wenn man so lange Zeit aufeinander sitzt, gibt es schon mal einen Gruppen-Koller. Aber Reibereien gab es keine.

ONETZ: Ist Maria Groß wirklich so streng und was haben Sie bei Taste gelernt? Was nehmen Sie mit in Ihre eigene Küche?

Maria Frank: Ich hatte mit Maria Groß ein gutes zwischenmenschliches Verhältnis. Wenn man beim Kochen ist, ist es natürlich eine aufregende Sache und ein Wettkampf. Privat ist sie aber ein total lieber Mensch. Ich war nach den Dreharbeiten sogar schon bei ihr im Restaurant „Bachstelze“ in Erfurt eingeladen, das gleichzeitig ihr Zuhause ist. Dort hat sie für das gesamte Team Grün gekocht. Mit dabei waren Michi, Marko, Tobias, die alle einmal bei ihr im Team waren oder noch sind. Nur Susanne war nicht dabei, sie war im Urlaub. Für meine eigene Küche nehme ich viele neue Ideen mit. Vor allem das Dessert-Thema hat bei mir eine ganze neue Tür geöffnet und meinen Ehrgeiz geweckt. René Frank, der Gast-Juror bei diesem Thema, hat mich damit richtig angefixt.

Pullenreuth

ONETZ: Wer war ihr liebster Gast-Juror?

Maria Frank: Haya Molcho. Sie ist authentisch und ein echtes Energiebündel. Sie war mein persönliches Highlight. Aber auch mit Martin Klein, der mir den goldenen Stern für mein Spanien-Gericht verliehen hat, war es eine Riesenfreude, zu kochen. Er wollte sogar wissen, wie ich die Soße meines Spanien-Gerichts zubereitet habe.

ONETZ: Sprechen Sie Leute auf der Straße an? Werden Sie erkannt?

Maria Frank: Ja, ich werde in der Öffentlichkeit immer angesprochen. Ich habe viel positives Feedback bekommen und viele finden es toll, dass jemand aus der Gegend bei der Sendung mitmacht. Einige meiner Kunden haben sogar nur wegen meiner Teilnahme begonnen, „The Taste“ zu schauen und jede Woche mitverfolgt, ob ich weiterkomme. Fotos oder Autogramme werden aber nicht verlangt (lacht).

ONETZ: Gibt es schon Pläne für die Zukunft? Möchten Sie ein Kochbuch schreiben?

Maria Frank: Noch keine konkreten. Ich habe auf jeden Fall nicht vor, ein Kochbuch zu schreiben (lacht). Ich sehe die Zeit bei „The Taste“ als persönliche Bereicherung und vielleicht werde ich in der Zukunft in meiner Catering-Firma mal etwas auf Löffeln kochen. Aber jetzt geht es für meinen Mann und mich erst einmal mit dem Rucksack in den Urlaub nach Vietnam.

ONETZ: Haben Sie noch Kontakt zu anderen Kandidaten?

Maria Frank: Ja, wir tauschen uns regelmäßig über Social Media aus und mit einigen meiner ehemaligen Mitkandidaten stehe ich in engem Kontakt. Vor allem mit Michi, der mit mir gemeinsam im Team war, und mit Nicole, die im Team von Frank Rosin war und in der ersten Folge ausgeschieden ist, verstehe ich mich sehr gut. Wir haben schon gemeinsame Löffel-Sessions geplant, wo wir zusammen kochen werden. Eine davon wird noch in diesem Jahr bei Michi in Augsburg stattfinden.

ONETZ: Wie geht es weiter bei „The Taste“?

Maria Frank: Das darf ich nicht verraten. Im Finale wird es auf jeden Fall noch einmal spannend. Auch ich werde noch einmal zu sehen sein. Dann aber nicht mehr als Kandidatin, sondern um die Finalisten zu unterstützen.

ONETZ: Was ist Ihr Fazit der Teilnahme bei der Koch-Show?

Maria Frank: Ich bin nicht für das Fernsehen gemacht, denn ich bin und koche lieber im Hintergrund. Aber ich würde es wieder tun. Ich habe nicht bereut, es erleben zu dürfen.

Maria Frank (rechts) mit ihrer Tochter Lena.
Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:

Für Sie empfohlen

 

Videos

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.