07.04.2021 - 14:13 Uhr
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100 Jahre Bayernwerk: Energieversorgung im Wandel

Jubiläum beim Netzbetreiber Bayernwerk mit Sitz in Regensburg: Die Eon-Tochter, die Verteilnetze für Strom und Gas in Bayern betreibt, wird 100 Jahre alt. Wie zur Gründungszeit ist die Energieversorgung auch aktuell im Wandel.

Die Bayernwerk-Vorstände Egon Westphal (von links), Reimund Gotzel und Andreas Ladda blicken zum Jubiläum auf die 100-jährige Unternehmensgeschichte zurück.
von Hanna Gibbs Kontakt Profil

Am 5. April 1921 wurde das Bayernwerk auf Initiative des Energiepioniers Oskar von Miller in München schriftlich besiegelt. Die Vision des Gründungsvaters war es, Strom aus Wasserkraft über bayernweite Netze zu verteilen. Von Miller war Projektleiter beim Bau des Walchenseekraftwerks, dem damals größten Speicherkraftwerk der Welt. Als das Werk 1924 den ersten Strom erzeugte, wurde dieser über 1100 Kilometer lange Leitungen in ganz Bayern verteilt.

„Oskar von Miller hat sich die Elektrifizierung Bayerns zur Lebensaufgabe gemacht und mit dem Bayernwerk das gesellschaftliche Leben verändert“, sagt Reimund Gotzel, Vorstandsvorsitzender der Bayernwerk AG, zum Jubiläum. 100 Jahre später gehe es wieder um grundlegende Veränderungen der Energieversorgung. Die aktuelle Aufgabe sei es, ein neues Energiesystem zu schaffen, das auf Basis erneuerbarer Energien ein nachhaltiges Leben ermöglicht.

Die Energiewende stellt das Bayernwerk mit seinen knapp 3000 Mitarbeitern vor neue Herausforderungen. Während der Strom jahrzehntelang hauptsächlich von großen Kraftwerken zum Verbraucher floss, sind viele Menschen mittlerweile selbst Erzeuger, etwa Besitzer von Photovoltaikanlagen. Dezentralisierung ist laut Bayernwerk ein Schlagwort der Energiezukunft. Mittlerweile hat das Unternehmen über 300 000 Erzeugungsanlagen ans Netz angeschlossen. „Das ist aber nur eine Seite, sagt Egon Westphal, Technikvorstand des Bayernwerks. „Eine CO2-freie Zukunft erreichen wir nur, wenn mehrere Sektoren wie Erzeugung, Mobilität und der Lebensraum der Menschen ineinandergreifen.“ Digitalisierung, Modernisierung und der Ausbau der Stromnetze spielten dabei eine ganz entscheidende Rolle.

Der Münchner Energiepionier Oskar von Miller ist der Gründungsvater des Bayernwerks.

Geprägt war die Geschichte des Bayernwerks von immer größeren Zusammenschlüssen. 1994 wurde das Unternehmen mehrheitlich von der Münchner Viag AG gekauft. Als 2000 Viag und Veba, die Mutter von Preussen-Elektra, zur Eon fusionierten, entstand aus dem Bayernwerk und Preussen-Elektra gemeinsam Eon Energie. Der Name „Bayernwerk“ verschwand für über ein Jahrzehnt. 2013 wurde die Eon Bayern AG dann offiziell wieder in „Bayernwerk“ umbenannt. Hintergrund war eine gesetzliche Vorgabe, dass Netzbetrieb und Energievertrieb klar voneinander getrennt sein müssen. „Der Name soll aber auch deutlich machen, dass sich das Unternehmen den Regionen Bayerns verpflichtet fühlt“, sagte Bayernwerk-Chef Gotzel damals.

Heute ist die Bayernwerk AG Dachgesellschaft für die Bayernwerk Netz GmbH, die Bayernwerk Natur GmbH und weitere Tochtergesellschaften. Mit seinen Energienetzen versorgt das Unternehmen rund sieben Millionen Menschen in Bayern mit Energie und ist damit nach eigenen Angaben der größte regionale Verteilnetzbetreiber in Bayern. Das Stromnetz umfasst 156 000 Kilometer, das Gasnetz 6000 Kilometer und das Straßenbeleuchtungsnetz 34 600 Kilometer. In seinen Netzen verteilt das Unternehmen zu 70 Prozent Strom aus erneuerbaren Quellen.

Bayernwerk treibt Netzausbau voran

Amberg
Info:

Energie für sieben Millionen Menschen

-Die Bayernwerk AG wurde 1921 als Energieversorgungsunternehmen des Freistaats Bayern gegründet.

-Heute ist die Bayernwerk AG als Eon-Tochter der größte regionale Verteilnetzbetreiber im Freistaat

-Mit seinen Netzen versorgt das Unternehmen rund sieben Millionen Menschen in Bayern mit Energie.

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