21.01.2019 - 17:46 Uhr
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Brauerei übernimmt Restaurant "Bischofshof am Dom" selbst

Im Regensburger Hotel und Restaurant „Bischofshof am Dom“ endet die Ära Herbert Schmalhofer. Nach 34 Jahren übernimmt die Brauerei den Betrieb selbst.

Betreiberwechsel im "Bischofshof am Dom".
von Hanna Gibbs Kontakt Profil

Ein gastronomisches Vorzeigehaus in Regensburg geht neue Wege. 34 Jahre stand das Pächter-Ehepaar Schmalhofer an der Spitze des Hotels und Restaurants „Bischofshof am Dom“. Ab Oktober wird die Brauerei Bischofshof den Betrieb selbst führen – mit einer Gastro Service GmbH und einem Geschäftsführer aus dem Rheinland.

Der Bischofshof am Dom ist eine Institution in Regensburg. Das historische Haus, das tatsächlich gleich neben dem Dom im Herzen der Altstadt liegt, bietet seinen Gästen eine gehobene bayerische Küche und gemütliche Zimmer im Vier-Sterne-Hotel. Neben vielen Prominenten wurde hier regelmäßig Kardinal Josef Ratzinger, der spätere Papst Benedikt XVI., bekocht. Hermann Goß, Brauereidirektor von Bischofshof, bezeichnete die Wirtsstube am Montag bei einem Pressegespräch als „Wohnzimmer unseres Bischofs und des Domkapitels“.

Unzertrennbar verknüpft mit der Geschichte des Hauses ist das Pächter-Ehepaar Schmalhofer. Herbert Schmalhofer war Koch des Fürsten Johannes von Thurn und Taxis, bevor er 1985 zusammen mit seiner Frau Monika den Bischofshof am Dom übernahm. 85 Mitarbeiter zählt das Haus heute.

Für die Brauerei Bischofshof ist der Gastronomiebetrieb ein besonderer Ort: 1649 begann dort, direkt an der Porta Praetoria, die Geschichte der Brauerei. 250 Jahre lang wurde hier Bier gebraut. Heute sei das Haus dank der Arbeit der Schmalhofers eine „Visitenkarte der Stadt“, sagte Goß. Umso wichtiger sei es ihm gewesen, eine gute Lösung für den Betreiberwechsel zu finden.

Nach einem „langen Prozess“ habe man sich dagegen entschieden, den Bischofshof am Dom erneut an einen Pächter zu vergeben – obwohl es Angebote gegeben habe. Er habe schlicht befürchtet, dass er einen Pächter auswählen könnte, der es nicht schafft, die Erfolgsgeschichte des Hauses fortzusetzen, sagte Goß. „Das Haus ist viel zu wichtig, als dass wir uns hier einen Lapsus erlauben könnten.“ Mit Blick auf das grassierende Wirtesterben meinte Goß, heute würden es sich nicht mehr viele Leute antun, die Verantwortung für ein solches Geschäft sieben Tage die Woche 24 Stunden am Tag zu übernehmen.

So entschloss sich die Brauerei, das gastronomische Herzstück nicht wieder zu verpachten, sondern enger an sich zu binden. Zu diesem Zweck gründete sie eine eigene Gastro Service GmbH, unter deren Dach die Brauerei künftig den Bischofshof am Dom führt. Geschäftsführer der GmbH und damit neuer Chef in Hotel und Restaurant ist Eric Hagelstein. Der 56-Jährige stammt aus Bonn, verfügt über viel Erfahrung im gehobenen Gastronomie- und Hotelgeschäft und war zuletzt als Prokurist der Porta-Gaststätten-Gruppe tätig. Er freue sich darauf, in die „gastronomisch und menschlich riesigen Fußstapfen“ der Schmalhofers zu treten, sagte Hagelstein.

Für Stephanie Birnthaler, Tochter der Schmalhofers, kam eine Übernahme des Hauses nicht in Frage, sagte sie auf Nachfrage. Birnthaler leitet zusammen mit ihrem Mann weitere Hotelbetriebe in Regensburg. „Wenn ich den Bischofshof übernehmen würde, hätte das die Konsequenz, dass meine Eltern hier doch nicht rauskommen“, erklärte die Geschäftsfrau. Das Ehepaar Schmalhofer will sich nach Jahrzehnten, in denen sie „immer auf Stand-by waren“ erstmal eine Auszeit nehmen, um danach Tochter Stephanie bei Projekten zu unterstützen.

Eric Hagelstein, Geschäftsführer der Gastro Service GmbH, ist ab Oktober neuer Chef im Bischofshof am Dom.
Blumen zum Abschied gab es für Monika Schmalhofer (Zweite von rechts) und Tochter Stephanie Birnthaler von Bischofshof-Brauereidirektor Hermann Goß (Zweiter von links). Herbert Schmalhofer freut sich auf eine Schaffenspause.
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