02.08.2018 - 15:39 Uhr
RegensburgDeutschland & Welt

Europa trifft auf lokale Orte

Die Eröffnung fand in der Minoritenkirche im Historischen Museum Regensburg statt. Die Ausstellung selbst umfasst aber die ganze Stadt. Und dann gibt es noch den theoretischen Teil: die Schau im "Leeren Beutel".

Vor der Statue des Don Juan d’Austria wölbt sich derzeit der „Nipple of the City“ aus dem Boden. Das Werk des rumänischen Künstlers Dumitru Oboroc gehört zur „Danube Art Lab“, die derzeit die Stadt erobert.
von Susanne WolkeProfil

Regensburg. Keine Frage: Die "Danube Art Lab" tritt geballt auf. "14 x 14" - das Motto klingt nach Masse. Und es ist Programm. Eigentlich knüpfen beides, Ausstellung und Titel, an die verflossene "donumenta" an. So ganz mag man sich noch nicht lösen von dem traditionellen Kunstfestival, das jahrelang fester Bestandteil des Regensburger Kulturlebens war. Warum auch? Künstler, die ihr Land - es handelte sich jedes Jahr um einen anderen Anrainerstaat der Donau - in ihrer Sprache vorstellen können, gibt es schließlich genug.

Der Unterschied zwischen "donumenta" und "Danube Art Lab" ist eine neue Vielfalt: Die Nachfolgerin zeigt alle Donau-Staaten auf einmal. Und zwar im großen Stil. Denn diese Ausstellung sprengt jeden architektonischen Rahmen. Dem neuen Format eines in der ganzen Stadt angelegten Outdoor-Museums ist es also zu verdanken, dass sich Regensburg an manchen Stellen verändert hat. Hier ist ein Turm durch rotes Tuch verhangen, dort erhebt sich ein roter "Nippel" aus dem Kopfsteinpflaster.

Elf Künstler, elf Länder

Für die einen ist letzteres eine Anspielung oberhalb der Gürtellinie, für die anderen Teil eines "Meilensteins der Kunst". Gertrud Maltz-Schwarzfischer jedenfalls, die den zweiten Begriff wählt, zeigt sich begeistert vom Projekt "Danube Art Lab". Die Bürgermeisterin eröffnete vor kurzem die Ausstellung: "Die Besonderheit liegt hier in der Verbindung von europäischen Partnern im Rahmen eines EU-Projekts mit einem prominenten lokalen Partner in Gestalt des donumenta e.V.". Als Kooperationspartner mit an Bord dieses Donau-Projekts sind elf Künstler aus elf verschiedenen Ländern. Der lokale Aspekt dieser internationalen Sache: Sie alle haben sich mit der Stadt Regensburg beschäftigt.

Dem Einfallsreichtum der Beteiligten ist es zu verdanken, dass sich die Stadt für die nächsten Wochen stellenweise "verspiegelt, verhüllt und gestapelt" präsentiert. Neben der Verspiegelung von Quadern der Römischen Legionsmauer, der Verhüllung des Anatomieturms bei der Königlichen Villa und aufeinandergestapelten Notbetten in einem Schaufenster in der Maximilianstraße gibt es noch einiges mehr zu entdecken: Die österreichische Künstlerin Catrin Bolt etwa lässt einen Fernseher unter einer Glasplatte am Neupfarrplatz laufen. "So, als würde dort noch jemand wohnen", soll die Installation an das mittelalterliche jüdische Viertel erinnern.

Kreative Orte

Eine Zelle der Stille, die die tschechische Künstlerin Alena Foustková am Kornmarkt aufgestellt hat, greift die akustische Atmosphäre im benachbarten Karmelitenkloster auf - allerdings hinter durchsichtigen Wänden. Ergänzt werden die Ausstellungsstücke im öffentlichen Raum durch eine Schau in der Städtischen Galerie im "Leeren Beutel". Dort gibt es Hintergrundinfos zu den "Kreativen Orten des 21. Jahrhunderts". So nennt Regina Hellwig-Schmid ihr neues Projekt. Dass die "Danube Art Lab" sämtliche Rahmen sprengt, dürfte der Initiatoren recht sein. Der Kunst Raum zu geben, ist für die donumenta-Macher nach wie vor Programm.

Info:

Service

Die internationalen Kunstprojekte der „Danube Art Lab“ stehen bis 14. Oktober im Stadtraum Regensburg. Die Orte sind: Neupfarrplatz, Alter Kornmarkt, Peterskirchlein, Colosseum, Kepler-Monument, Zieroldsplatz, St. Georgen-Platz, Maximilianstraße 13 und Anatomieturm. Die Ausstellung im Leeren Beutel läuft bis 18. November. Öffnungszeiten: Dienstag bis Sonntag und feiertags von 10 bis 16 Uhr. (wsu)

www.regensburg.de/danube-art-lab

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