09.04.2021 - 19:00 Uhr
RegensburgDeutschland & Welt

Die Hälfte der Intensivbetten mit Covid-Kranken belegt

Die Intensivmediziner sind enttäuscht über Absage des Corona-Gipfels. Sie warnen vor überlasteten Intensivstationen. Dies fülle sich auch in der Oberpfalz.

In einem Zimmer der Intensivstation wird ein Patient mit einem schweren Covid-19 Krankheitsverlauf behandelt.
von Alexander Pausch Kontakt Profil

Die deutschen Intensivmediziner haben verbittert auf die Untätigkeit der Politik in der Corona-Pandemie reagiert. Derzeit schwappe "die dritte Welle in die Kliniken, wo eigentlich die Pflegekräfte dringend mal eine Pause bräuchten", sagte Professor Gernot Marx, Präsident der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv-und Notfallmedizin (DIVI), am Freitag laut Mitteilung.

Die Entwicklung lässt sich auch in der Oberpfalz beobachten. Anfang der Woche hatten Regensburger Klinikärzte vor der kritischen Lage gewarnt. Laut DIVI-Intensivregister sind im Kreis Cham 50 Prozent der Intensivbetten mit Covid-19 Patienten belegt. Im Kreis Schwandorf sind es 36 Prozent, im Kreis Tirschenreuth 36,8 Prozent, im Kreis Neumarkt 36,4 Prozent, in Amberg 35,7 Prozent, in Weiden 26,4 Prozent, in Amberg-Sulzbach 20 Prozent, im Kreis Regensburg 7,1 Prozent und in der Stadt Regensburg 27,3 Prozent. Bayernweit sind 22,6 Prozent aller Intensivbetten mit Covid-19-Patienten belegt.

Bundesweit werden derzeit 4496 Patienten mit Covid-19 auf Intensivstationen behandelt. Die Zahl hat sich binnen vier Wochen verdoppelt. Am 10. März waren es noch 2227 Patienten gewesen. Die Sorge: In den nächsten 14 Tagen wird es noch schlimmer werden. Professor Christian Karagiannidis, medizinisch-wissenschaftlicher Leiter des DIVI-Intensivregisters, geht davon aus, dass die Zahl der Covid-19-Patienten auf den Intensivstationen auf die 6000 zugehen wird. Damit wären es mehr Patienten als auf der Spitze der zweiten Welle.

Längst werden bundesweit Eingriffe verschoben, sagt Professor Frank Wappler, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Anästhesiologie und Intensivmedizin (DGAI). "Einfach, weil die Patienten im Anschluss ein Bett auf der Intensivstation benötigen." Diese Betten seien derzeit aber wegen Corona nicht frei. Zudem werde in vielen Krankenhäusern ärztliches und pflegerisches Personal aus dem OP-Bereich auf die Intensivstationen versetzt, um den erhöhten Anforderungen entsprechen zu können.

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