München. Der bayerische Ministerrat hat auf seiner letzten Sitzung vor Weihnachten die vom Oberpfälzer CSU-Abgeordneten Tobias Reiß angestoßene Corona-Therapiestrategie beschlossen. Sie wird mit 50 Millionen Euro aus dem Corona-Sonderfonds finanziert und fördert heimische Biotech-Unternehmen bei der Forschung und Entwicklung von Medikamenten und Therapien für Covid-19-Patienten. "Durch die vom Kabinett beschlossene Therapiestrategie können wir ab sofort erfolgversprechende Therapieansätze mit passgenauen Wirkstoffen dabei unterstützen, schnell zur Zulassungsreife zu kommen, um vor allem schwere Verläufe möglichst zu verhindern", begrüßte Reiß die Entscheidung. Die Therapie von Erkrankten sei neben der Impfung ein entscheidender Schritt für die Rückkehr zur Normalität.
Die Staatsregierung will die Fördermittel wegen der aktuell hohen Infektionszahlen und der weiter steigenden Zahl an Covid-19-Patienten in bayerischen Krankenhäusern im "Express-Verfahren" ausreichen. Kleine Unternehmen können bis 70 Prozent Förderung erhalten, größere bis zu 50 Prozent. Förderfähig sind auch die oft teuren klinischen Studien im Zuge der Medikamentenzulassung. Die Auswahl der Projekte erfolge durch ein neutrales Expertengremium, heißt es in einer Mitteilung der Staatskanzlei.
Ab dem heutigen Mittwoch gilt eine verschärfte Einreiseverordnung für Urlaubsrückkehrer. Sie ergänzt die strenge Quarantänepflicht für Einreisende aus ausländischen Risikogebieten. Sie müssen nun spätestens 72 Stunden nach ihrer Einreise ein negatives Testergebnis bei ihrem örtlichen Gesundheitsamt vorlegen. Der Test sollte nach Möglichkeit bereits im Ausland vorgenommen worden sein, spätestens aber 48 Stunden nach der Rückkehr.
"Der Urlaub darf nicht zum Risiko werden", begründete Ministerpräsident Markus Söder die Maßnahme. Bis zunächst 6. Januar sollen die Gesundheitsämter zudem die Einhaltung der bußgeldbewehrten Quarantänevorschriften schwerpunktmäßig kontrollieren. Außerdem wurde die Polizei beauftragt, entlang der Hauptreiserouten im Grenzbereich sowie an den Flughäfen verstärkte Kontrollen durchzuführen. Söder appellierte an die Bürger, von allen nicht zwingend notwendigen Reisen im Inland und ins Ausland abzusehen.
Zudem beschloss der Ministerrat eine Sonderförderung für Vereine der Heimat- und Brauchtumspflege in Bayern. Sie sollen für coronabedingte Einnahmeausfälle wegen abgesagter Veranstaltungen in Höhe von 50 Prozent bis maximal 2000 Euro entschädigt werden. Beantragen können die Hilfen neben Trachten- und Heimatvereinen unter anderem auch Faschingsgesellschaften. Das Gesamtvolumen des Hilfsprogramms beläuft sich auf 5 Millionen Euro.















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