20.08.2018 - 20:19 Uhr
Deutschland & Welt

Mit der Rente aus dem Tief: SPD erinnert sich an ihre Themen

Was ist da los? Die SPD bestimmt plötzlich das Thema im politischen Diskus? Der Renten-Vorstoß könnte ein Schritt sein weg von der drohenden Bedeutungslosigkeit, findet Wolfgang Würth

Die SPD setzt ein Zeichen.
von Wolfgang Würth Kontakt Profil

Denksport-Aufgabe: Wann ist es der SPD vor der Diskussion um das Rentenniveau zuletzt gelungen, ein eigenes Thema in der politischen Diskussion zu setzen? Dass keine Antwort einfallen will, erklärt, weshalb die SPD in Umfragen nur noch bei 17 Prozent steht: Es fehlen Themen, die Wähler mit der SPD verbinden. Oder wie Parteivorsitzende Andrea Nahles es einmal formulierte: Es reiche nicht, die Grünen zu kopieren.

Das hat nun wohl auch Olaf Scholz verstanden. Und mit seinem Renten-Vorstoß nimmt der Finanzminister tatsächlich ein Thema auf, das die Menschen bewegt, während es die Politik zuletzt zu einer Expertenkommission abgeschoben hat. Die teils heftige Kritik darf Scholz und die SPD nun nicht stoppen. Kritisiert wird schließlich nur, wer ernst genommen wird.

Bleibt die SPD bei den sozialen Themen am Ball und bringt belastbare Vorschläge, erinnert sich vielleicht auch manch Wähler, dass man die SPD einmal ernst nehmen konnte, dass sie einmal die richtige Partei für Geringverdiener und sozial Schwache war. Auch nach bald zehn Jahren Aufschwung bietet dieses Klientel ein großes Wählerpotenzial. Viele aus dieser Gruppe haben sich zur AfD verabschiedet, weil sie keinen anderen Fürsprecher mehr in der Politik sehen. Holt die SPD sie zurück, tut sie nicht nur sich etwas Gutes - sondern dem gesamten politischen System.

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