München
17.06.2020 - 16:51 Uhr

Rückkehr auf Niveau vor der Krise "bestenfalls 2022"

VBW: Coronakrise trifft Bayern wirtschaftlich härter als andere Länder - Aber auch erste Anzeichen für baldige Erholung.

Die Vereinigung der bayerischen Wirtschaft (VBW) rechnet für heuer mit einem Konjunktureinbruch um acht Prozent in Bayern. Das wäre ein größeres Minus als für ganz Deutschland prognostiziert wird. Als Gründe nannte VBW-Präsident Wolfram Hatz die größere Bedeutung der exportabhängigen Industrie - vor allem in den Branchen Automobil und Textil/Bekleidung - und des Tourismus für die wirtschaftliche Entwicklung des Freistaats. Beide Bereiche litten besonders unter den Corona-bedingten Einbußen. "Die Lage der bayerischen Wirtschaft ist ernst", sagte Hatz auf einer Video-Pressekonferenz in München. Der VBW-Index brach bei der Frühjahrsumfrage des Verbandes um knapp die Hälfte von 99 auf 51 Punkte ein und erreichte damit den bisherigen Tiefststand aus dem Jahr 2009.

Hatz äußerte aber die Hoffnung, dass die Talsohle inzwischen erreicht ist. So hätten sich die Frühindikatoren nach dem Ende des strengen Lockdown im Mai wieder etwas erholt. Auch auf dem Arbeitsmarkt zeige sich eine leichte Entspannung. "Das lässt uns hoffen, dass der Aufholprozess in der zweiten Jahreshälfte langsam anlaufen wird", erklärte Hatz. Das Vorkrisenniveau werde seiner Einschätzung nach aber "bestenfalls 2022" wieder erreicht sein. Entscheidend dafür sei auch die weitere globale Entwicklung.

Ausdrücklich begrüßte der VBW-Präsident das von der Bundesregierung beschlossene Konjunkturpaket als "gelungenen Wurf". Dieses sei die "entscheidende Zündung für den Aufholprozess". Er sei von den Inhalten des Pakets "positiv überrascht", der gefundene Kompromiss biete zahlreiche "clevere Lösungen". Dass die von der VBW favorisierte Autokaufprämie für Fahrzeuge mit modernen Verbrennungsmotoren nicht kommen werde, bedauerte Hatz.

Er erhoffe sich aber von der vorübergehenden Absenkung der Mehrwertsteuer dennoch positive Impulse für die bayerische Automobilindustrie und ihre Zulieferer. Ergänzend müsse die Wirtschaft aber von weiteren, den Aufholprozess bremsenden Belastungen im Steuer- und Arbeitsrecht befreit werden, forderte Hatz.

 
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