18.11.2020 - 12:26 Uhr
SchwandorfDeutschland & Welt

Großes Rätselraten um Schwandorfer Leiche im Krampuskostüm

Agathe Viersen und Gerhard Leitner ermitteln wieder. Im Buch „Groumdeifl“ bekommen es die beiden Protagonisten von Krimiautor Fabian Borkner in und um Schwandorf mit Teufeln, Krampussen und Perchten zu tun.

Fabian Borkner (hier bei einer Lesung in Weiden mit dem Roman "Kirwatanz") stellt mit „Groumdeifl“ seinen vierten Oberpfalz-Krimi vor.
von Wolfgang Benkhardt Kontakt Profil

Der Schwandorfer Autor Fabian Borkner mischt nach den Oberpfälzer Kirchweihtraditionen („Kirwatanz“, erschienen 2017), dem Amberger Bergfest („Berg, Fest, Mord“, 2018) sowie der Erlebniskugel am Steinberger See („A Hochzeit und a Leich“, 2019) in seinem neuen Krimi „Groumdeifl“, der nun in den Handel kommt, mit viel Wortwitz das weihnachtliche Brauchtum der Krampusläufe auf, das sich seit einigen Jahren im Landkreis Schwandorf etabliert. Schon bald wird klar, dass der Fall nur zu lösen ist, wenn man tief in die Lebens- und Gedankenwelt der finstren Weihnachtsgeister eintaucht. Und dass in diesem Buch nicht nur Perchten und Krampusse Angst und Schrecken verbreiten.

Alles beginnt damit, dass die neu gestaltete Friedrich-Ebert-Straße, die Hauptverkehrsader Schwandorfs, kurz nach Fertigstellung wegen eines Wasserschadens wieder aufgerissen werden muss. Noch vor dem Rohrbruch finden die Bauarbeiter eine Leiche. Keine normale Leiche: Der Tote steckt in einem Krampuskostüm mit Hörnermaske. Es handelt sich dabei um den Lkw-Fahrer eines beteiligten Bauunternehmens. Schnell stellt sich heraus, dass dieser Mitarbeiter nicht nur bei der Schwarzenfelder Krampusgruppe, der Miesberg Pass, aktiv war, sondern auch sonst ein für einen Oberpfälzer eher ungewöhnliches Leben geführt hat. Dies sorgt natürlich beim Feierabendbier der Bauarbeiter und den nachmittäglichen Kaffeerunden der feinen Damen in und um Schwandorf für reichlich Ratsch und Tratsch.

Es gibt einen neuen Regionalkrimi aus Schwandorf. Das vierte Buch des Schwandorfer Autors Fabian Borkner greift das Brauchtum der Krampusläufe im Landkreis Schwandorf auf. Hier das Cover des Buchs.

Die Versicherungsagenten Agathe Viersen und Gerhard Leitner sollen eigentlich nur klären, ob für den Rohrschaden wirklich ihre Versicherung aufkommen muss oder ob ein anderer dafür haftbar gemacht werden kann. Denn wenn es nicht sein muss, will die Versicherung nicht die Zeche dafür zahlen. Doch wer hat den Schaden verursacht? Materialermüdung scheidet bei einem Neubau wohl aus. Hat das Bauunternehmen schlampig gearbeitet? War das Rohr schon vorher kaputt? Oder hängt gar der Tote mit dem Schaden zusammen?

Die Versicherungsdetektive tauchen also weit in die Ermittlungen ein, um Antworten auf ihre Fragen zu finden. Sie geraten dabei in ein undurchsichtiges Dickicht aus knallharten Geschäften, zerbrochenen Träumen und hinterlistigen Machenschaften, die so gar nicht ins idyllische Bild der Oberpfalz passen und den beiden Detektiven dabei fast selbst das Leben kosten.

Die Ermittlungen führen das ungleiche Duo nicht nur durch Schwandorf, sondern auch ins Umland, zum Beispiel auf den Schwarzenfelder Miesberg und ins Amberger Kurfürstenbad und sogar bis ins Zillertal nach Österreich. Und überall finden sie wichtige Mosaiksteine, die letztlich dafür sorgen, dass das Nordlicht Agathe Viersen und ihr waschechter Oberpfälzer Partner Gerhard Leitner bei der Aufklärung des verzwickten Falls der Kriminalpolizei stets mehr als nur die berühmte Nasenlänge voraus sind.

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Die Bau- und Fuhrunternehmer Alexander und Christiane Karl und Josef Beer sowie Timm Buckley von der Schwarzachtal Pass (er kommt auch im Buch vor) und Kerstin Wagner von den Trausnitzer Burgteufeln haben den Autor dabei mit vielen nützlichen Hintergrundinfos versorgt und großen Anteil an diesem Krimispaß, bei dem Realität und Fiktion zu einem neuen Ganzen verschwimmen. Wie so oft bei Regionalkrimis ist für den Leser die Frage „Was gibt es wirklich und was ist erfunden?“ fast genauso spannend wie die Lösung des Mordfalls selbst. Allen, die des Oberpfälzischen nicht mächtig sind, sei zum Schluss der Vollständigkeit halber noch verraten, dass der Buchtitel übersetzt „Grubenteufel“ lautet und gleichzeitig der Name einer Wackersdorfer Perchten- und Krampusgruppe ist, die sich 2015 ins Vereinsregister eintragen ließ, im Buch aber keine Rolle spielt. Der Oberpfalz-Krimi „Groumdeifl“ (ISBN 978-3-7408-0996-6) erscheint am 19. November im Emons-Verlag Köln, hat 256 Seiten und ist für 12 Euro im Buchhandel erhältlich.

Zur Person:

Autor Fabian Borkner

Hier erfahren Sie mehr über den Autor

  • Fabian Borkner kam 1976 in Rosenheim zur Welt und lebt heute mit seiner Familie in Schwandorf.
  • Nach dem Abitur ging Borkner mit seiner Gitarre auf die Bühne und begann eine Karriere als Unterhaltungskünstler. Noch heute tritt er als Sänger und Conférencier auf.
  • Auf Radio Charivari schrieb und produzierte er die beliebte Comedy-Serie "Mane & Alfons erklären die Welt", welche vier Jahre erfolgreich täglich lief.
  • Für seine Parodie des bayerischen Ministerpräsidenten erhielt Borkner im Jahr 2014 den Hörfunkpreis der Bayerischen Landeszentrale für neue Medien (BLM) für die beste Comedy und Unterhaltung.
  • „Groumdeifl“ ist sein vierter Oberpfälzer Regionalkrimi mit den beiden Ermittlern Agathe Viersen und Gerhard Leitner. Die Reihe begann mit “Kirwatanz" 2017, dies war gleichzeitig der Debüt-Roman des Schwandorfers.

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