17.08.2018 - 15:44 Uhr
SchwandorfDeutschland & Welt

Probleme mit der Pünktlichkeit: "Alex"-Züge in der Kritik

Wenn der Ausfall zur Regel wird: Der "Alex"-Betreiber hat Probleme auf den Strecken in der Oberpfalz. Das Unternehmen nennt Gründe, die Bayerische Eisenbahngesellschaft (BEG) hat dennoch wenig Verständnis.

Der Alex fährt in Weiden ein - allerdings zu selten pünktlich
von Wolfgang Würth Kontakt Profil

Der Zug kommt lange nicht, und doch bleiben die Reisenden am Bahnsteig in Schwandorf ruhig. Verspätungen sind beim "Alex" offensichtlich nicht selten. Und auch als am Donnerstag der Zug um 6.30 Uhr nach Regensburg gar nicht kommt, wirken viele verärgert, aber nur wenige überrascht. Noch weniger bemerken den kleinen Aushang, mit dem die Länderbahn darauf hinweist, dass wieder einzelne Verbindungen ausfallen müssen.

Pressesprecher Jörg Puchmüller versucht am Freitag gar nicht erst, die Situation schön zu reden. Ja, die Länderbahn habe Probleme zwischen Hof und München. Der Alex fahre zu selten pünktlich, deswegen sei das Ergebnis des Qualitätsrankings der BEG auch keine Überraschung. Im ersten Halbjahr belegt der "Alex" den vorletzten Platz.

Kritik gibt es dann auch nicht nur von Fahrgästen. "Die BEG legt größten Wert darauf, dass die Verkehrsunternehmen ihre Leistungen vertragsgemäß erbringen, insbesondere hinsichtlich der Qualitätsaspekte wie Verfügbarkeit, Pünktlichkeit, Anschlusssicherheit", erklärt Sprecher Wolfgang Oeser für die staatseigene Gesellschaft, die sich um die Vergabe der Eisenbahnstrecken in Bayern kümmert. Die BEG habe "die Länderbahn zuletzt kontinuierlich aufgefordert, ihre Leistungen in der vertragsmäßig geforderten Qualität zu erbringen." Unter anderem gebe es wöchentliche Telefonkonferenzen.

Sprecher Puchmüller erklärt dann auch, dass die Länderbahn GmbH große Anstrengungen unternehme, Lösungen für die Schwierigkeiten auf den Strecken durch die Oberpfalz zu finden. Allerdings gebe es für diese auch Ursachen, die nicht in der Hand der Länderbahn liegen. "Ich denke an verschiedene Baustellen oder die einspurige Verbindung nach Furth im Wald." Auch der Fahrplan sei sehr ambitioniert und biete wenig Reserven. "In der Regel funktioniert der Plan, aber schon kleine Verspätungen wirken sich stark aus."

Dazu bekomme die Länderbahn den Fachkräftemangel zu spüren. "Es ist keine Geheimnis, dass es bundesweit zu wenige Lokführer gibt." Die Länderbahn versuche durch Ausbildung gegenzusteuern, aber auch hier gebe es Probleme. Die Anforderungen seien hoch. "Es ist gar nicht einfach, geeignete Bewerber zu finden." Ausdrücklich stellt sich Puchmüller vor das Personal der Länderbahn. "Wir haben hervorragende Mitarbeiter, die alles für unsere Kunden tun." Es sei bedauerlich, dass gerade sie den Ärger über Verspätungen und Ausfälle abbekommen, obwohl sie am wenigsten dafür könnten.

Dass der Fahrplan zu eng kalkuliert ist, will jedoch die BEG nicht gelten lassen. "Das Fahrplankonzept basiert auf einem vom Infrastrukturbetreiber DB Netz testierten Betriebskonzept entsprechend den in ganz Deutschland im Eisenbahnverkehr üblichen Planungsparametern", erklärt Oeser. Die Länderbahn habe sich auf dieses Konzept beworben, die Anforderungen also gekannt. Die Länderbahn habe bei der Bewerbung auch dargelegt, "dass die für einen stabilen Betrieb erforderlichen Ressourcen vorhanden sind".

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