07.07.2020 - 18:03 Uhr
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Welches Menschenalter hat mein Hund?

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Ein Hundejahr soll sieben Menschenjahren entsprechen. Diese Faustformel ist für Tierärzte und Forscher längst überholt.

Augen, Zähne und das Verhalten lassen auf das Alter eines Hundes schließen.
von Katrin Pasieka-Zapf Kontakt Profil

Einfach das Hundealter mal sieben multiplizieren und schon hat man das Menschenalter eines Hundes? Die Formel ist bekannt, einfach – und falsch. Amerikanische Forscher, aber auch eine Oberpfälzer Tierärztin erklären, wie sich genauer das echte Hundealter ermitteln lässt.

Forscher widersprechen einer weit verbreiteten Faustregel

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Hildegard Diermeier aus Schwandorf arbeitet seit über dreißig Jahren als Tierärztin und hatte schon viele Hunde auf dem Behandlungstisch. Von der „Mal-Sieben-Faustformel“ hält sie nichts. „Die ist einfach viel zu grob. Man muss sich den Lebenszyklus des Tieres ansehen.“ Geht man nach der Faustformel, entspräche ein einjähriger Hund einem siebenjährigem Grundschulkind. Hunde sind aber mit einem Jahr meist schon geschlechtsreif. Menschen nicht.

Die neue Formel aus Amerika ist komplizierter und man benötigt einen Taschenrechner. Das Menschenalter wird mit der logarithmischen Funktion „16 In(Hundealter) + 31“ ermittelt. Demnach ist ein einjähriger Labrador 31 Menschenjahre alt. Ein Unterschied zur bisherigen Formel von 24 Jahren. Vier Hundejahre entsprechen einem Alter von 53. Am neunten Geburtstag würde ein Labrador seinen 66. Ehrentag feiern.

Diermeier nutzt eine Tabelle, die die Hunde in drei Gewichtsklassen unterteilt. Kleine Hunde bis 15, mittelschwere Hunde bis 45 und schwere Hunde ab 45 Kilogramm werden unterschieden. Nach der sogenannten „Anubistabelle“ ist ein einjähriger Labrador circa 18 Menschenjahre alt.

Warum für die Forschungen Labrador-Retriever untersucht wurden, ist für Professorin Andrea Fischer von der Ludwig-Maximilian-Universität in München eindeutig. „Die Rasse ist weltweit verbreitet und steht bei zahlreichen Forschungsgruppen Modell. In München wird mit dieser Rasse an Epilepsie geforscht.

Jede Rasse hat eine andere Lebenserwartung. Kleinere Hunde wie Chihuahuas können zwischen 12 und 18 Jahre alt werden. Bei einer Deutschen Dogge geht man bereits ab neun Jahren von einem alten Hund aus. „Kleinere Hunde leben im Schnitt länger, weil ihr Stoffwechsel nicht so stark beschleunigt ist“, erklärt Diermeier. Der Größenunterschied zwischen Welpen und ausgewachsenem Tier ist geringer, der Körper wächst „stressfreier“ heran. Bei einigen Tieren kommen im Alter noch rassespezifische Krankheiten dazu.

Ist das Alter eines Hundes nicht bekannt, begibt sich die Tierärztin auf Spurensuche. „Ich überprüfe das allgemeine Verhalten.“ Wie bewegt sich der Hund? Ist er noch verspielt? Wie sehen die Zähne des Tieres aus oder hat es eine getrübte Linse? All diese Merkmale lassen dann eine grobe Einschätzung des Alters zu. Einen älteren Hund kann man an grauen Haaren oder abgeriebenen Zähnen erkennen.

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