10.09.2018 - 19:16 Uhr
Deutschland & Welt

Seehofer erweist der CSU einen Bärendienst

Die Umfragewerte für die CSU gehen in den Keller. Einige Probleme der Christsozialen sind hausgemacht, kommentiert Frank Werner.

Horst Seehofer (rechts) und Hans-Georg Maaßen, Präsident des Bundesamtes für Verfassungsschutz.
von Frank Werner Kontakt Profil
Kommentar

Rauschender Applaus für Markus Söder am Sonntagabend in Weiden: Der Ministerpräsident wird den Jubel im Festzelt doppelt genossen haben, passt er doch so gar nicht zu den miesen Umfragewerten der CSU und den Grabenkämpfen in der Union. Söders Problem sitzt in Berlin: Horst Seehofer erweist den Christsozialen mit seinem Getöse und den Spitzen gegen Angela Merkel einen Bärendienst.

Der Bundesinnenminister will den Bericht von Verfassungsschutzchef Hans-Georg Maaßen in aller Ruhe bewerten. Zu spät. Seehofer hätte sich früher überlegen sollen, was er zu Maaßens Äußerungen über die Vorkommnisse in Chemnitz sagt. Er hat als zuständiger Dienstherr zugelassen, dass der oberste Verfassungsschützer, der offenbar auf dem rechten Auge blind ist, die Kanzlerin ohne Belege bloßstellt. Der nächste Seitenhieb im jahrelangen Machtkampf mit Merkel.

Die AfD wird sich ins Fäustchen lachen. Seehofer spielt den Rechtspopulisten treffsicher in die Karten. Der Innenminister provoziert, anstatt sich der Probleme tatsächlich anzunehmen. Der Kampf gegen den Rechtsextremismus, der in Chemnitz und Köthen ungeniert seine Fratze zeigt, bleibt ebenso auf der Strecke wie der härtere Umgang des Rechtsstaates mit gewaltbereiten Asylbewerbern. Das böse Erwachen bei der Landtagswahl am 14. Oktober ist vorprogrammiert.

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