27.07.2020 - 16:15 Uhr
MünchenDeutschland & Welt

Söder: Neue Schutzmaßnahme und große Sorgen vor "Mini-Ischgls"

Angesichts wieder steigender Corona-Fallzahlen treibt es Ministerpräsident Markus Söder die Sorgenfalten auf die Stirn. Er appelliert an die Vernunft der Bürger und kündigt neue Schutzmaßnahmen an.

Melanie Huml (von links/(CSU), Staatsministerin für Gesundheit und Pflege, Markus Söder (CSU), Ministerpräsident von Bayern, und Florian Herrmann (CSU), Leiter der Staatskanzlei gehen zu einer Pressekonferenz zur Corona-Lage in Mamming.
von Jürgen UmlauftProfil

Nach den Corona-Ausbrüchen in Rehau bei Hof und in einem Gemüsehof im niederbayerischen Mamming sowie der steigenden Zahl corona-infizierter Urlaubsrückkehrer hat Ministerpräsident Markus Söder (CSU) eindringlich an die Bürger Bayerns appelliert, in den Anstrengungen zur Eindämmung der Pandemie nicht nachzulassen. "Corona ist nicht vorbei, es kommt schleichend zurück, leider aber mit aller Macht", erklärte Söder auf einer Pressekonferenz in München. "Vorsicht ist weiter oberstes Gebot."

Als Hauptgründe für die wieder steigenden Fallzahlen nannte Söder "Unvernunft, mangelnde Vorsicht und zum Teil auch bewusste Verstöße gegen Hygienekonzepte". Dies erhöhe die Gefahr lokaler Ausbrüche, die sich dann ausweiten könnten. "Corona verzeiht keinen Leichtsinn - das gilt im Privaten bei Feiern oder Partys genauso wie im Urlaub oder am Arbeitsplatz", mahnte Söder. Bezüglich der privaten Feiern wolle er es vorerst bei einem dringlichen Appell belassen. "Ich bitte hier ausdrücklich um Vernunft", sagte er. Sollten solche Veranstaltungen aber zunehmende Bedeutung für das Ausbruchsgeschehen bekommen, "werden wir darauf reagieren". Einzelheiten nannte Söder nicht.

Sorge bereiteten ihm die Urlaubsrückkehrer. "Meine Sorge ist, dass es viele Mini-Ischgls gibt", sagte er, also Orte, in denen sich das Virus zunächst unentdeckt massenhaft unter Urlaubern verbreitet. Feiern in dem österreichischen Skiort gelten als wichtigster Auslöser der ersten Corona-Welle in Deutschland. Zudem müsse der Blick auf Heimkehrer von Familienbesuchen in Risiko-Ländern gerichtet werden. Dort würden oft größere Wiedersehensfeiern abgehalten, ohne auf Schutzmaßnahmen zu achten.

Als Konsequenz forderte Söder vom Bund unter anderem die Genehmigung verpflichtender und kostenloser Corona-Tests an Flughäfen für Heimkehrer aus Risikogebieten. Für die Autobahn-Grenzübergänge am Walserberg (A8), in Pocking (A3) und in Kiefersfelden (A93), die an den Hauptrouten für den Urlaubsreiseverkehr in den Süden liegen, sowie an den Hauptbahnhöfen in München und Nürnberg kündigte Söder für Urlaubsheimkehrer Stationen für freiwillige Tests an. Insgesamt riet Söder von Reisen in Risikogebiete ab und erinnerte die an bestehenden Quarantänebestimmungen. Konkrete Maßnahmen bezüglich der Urlaubsheimkehrer auch für Schulen will die Staatsregierung auf ihrer Sitzung am heutigen Dienstag beschließen.

Wie Gesundheitsministerin Melanie Huml (CSU) mitteilte, haben sich an den Flughäfen in München und Nürnberg an den ersten beiden Tagen 1500 Urlaubsheimkehrer den seit Samstag möglichen freiwilligen Corona-Tests unterzogen. Dies lasse auf ein großes Interesse der Bürger schließen. Huml empfahl Heimkehrern generell, die kostenlosen Tests bei niedergelassenen Ärzten wahrzunehmen. Welche Ärzte sich an der Teststrategie beteiligten, sei auf der Internetseite der Kassenärztlichen Vereinigung Bayern (KVB) zu erfahren. Unabhängig davon appellierte Huml an Reisende, sich auch am Urlaubsort an die Schutz- und Hygienevorschriften zu halten. "Man darf den Urlaub genießen, sollte aber aufpassen, damit man hinterher den Genuss nicht bereuen muss", sagte Huml.

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