München
07.11.2022 - 14:43 Uhr

Tourismusbranche blickt zuversichtlich auf die Wintersaison

Trotz Inflation und Rezessionsängsten rechnen die Tourismusregionen in Bayern für die Herbst- und Wintersaison mit guten Geschäften. Sorgen bereiten die hohen Energiepreise und der Personalmangel.

Urlauber müssen im Winter bayernweit tiefer in die Tasche greifen als früher. Vor allem wegen der höheren Energiekosten mussten Hoteliers und Gastronomen ihre Preise anpassen., Symbolbild: Angelika Warmuth/dpa
Urlauber müssen im Winter bayernweit tiefer in die Tasche greifen als früher. Vor allem wegen der höheren Energiekosten mussten Hoteliers und Gastronomen ihre Preise anpassen.,

Nachdem die Übernachtungszahlen in der bayerischen Hotellerie während der Sommermonate wieder das Vor-Corona-Niveau erreicht hatten, rechnen die Tourismusexperten im Freistaat mit einer Fortsetzung des Trends in den kommenden Monaten. Auf dem Bayerischen Tourismustag in München sprach unter anderem der Vorstand des Tourismusverbandes Ostbayern, Michael Braun, von einer "aktuell sehr guten Buchungslage". Allerdings würden Buchungen und Stornierungen immer kurzfristiger. Urlauber werden im Winter aber bayernweit tiefer in die Tasche greifen müssen als früher. Vor allem wegen der höheren Energiekosten hätten Hoteliers und Gastronomen ihre Preise "anpassen" müssen, berichteten mehrere Tourismusexperten. Auch die Tickets für Skilifte werden teurer, um rund zehn Prozent für die Tages- und etwa fünf Prozent für die Saisonkarte.

Aiwanger gegen erneute Corona-Beschränkungen

Nach Angaben von Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger (Freie Wähler) blickt die Branche trotz aller Herausforderungen "mit Optimismus in die Zukunft". Bei den Ankunfts- und Übernachtungszahlen sei Bayern "wieder da, wo wir zu Spitzenzeiten in das Corona-Tal abbiegen mussten". Aiwanger warnte davor, wegen der unsicheren Wirtschaftslage Weltuntergangsstimmung aufkommen zu lassen. Die deutsche Wirtschaft und auch der Arbeitsmarkt präsentierten sich weiterhin erfreulich stabil, das sei gut für den Tourismus. Aiwanger sprach sich gegen erneute Corona-Beschränkungen in den kommenden Monaten für Weihnachtsmärkte oder den Seilbahnbetrieb aus. Klar positionierte sich Aiwanger zum Einsatz von Schneekanonen auf bayerischen Skipisten. Ohne ordentlich präparierte Pisten drohe eine Abwanderung der Skifahrer ins Ausland. Wegen der längeren Anfahrtswege sei dies schädlich fürs Klima.

Braun warnte vor einem Gaslieferstopp für die vor allem für den Tourismus in Ostbayern wichtigen Thermal- und Heilbäder. "Wir setzen darauf, dass Saunen und Thermen auch im Herbst und im Winter in Betrieb sind", sagte er. Weil diese aber als reine Freizeiteinrichtungen deklariert seien, würden sie nach aktueller Gesetzeslage "nicht prioritär mit Gas beliefert, wenn es hart auf hart kommt". Dies dürfe nicht passieren. Zudem forderte Braun von der Politik mehr Engagement bei der Bekämpfung des Personalmangels in der Gastronomie. Es brauche die Zulassung flexiblerer Arbeitszeiten sowie mehr Arbeitsgenehmigungen für zugewanderte oder geflüchtete Personen. Bei den Regeln dafür müsse man "über mentale Grenzen hinausgehen", erklärte Braun.

Tourismusbranche soll digitaler werden

Bei der Bekämpfung des Personalmangels sah die Geschäftsführerin der Bayern Tourismus Marketing GmbH, Barbara Radomski, aber auch Hoteliers und Gastronomen in der Pflicht. Auf dem engen Arbeitsmarkt könne nur Erfolg haben, wer sein Personal gut bezahle und auch sonst wertschätze. Zudem müssten Jobs im Tourismus saisonübergreifend sicherer werden. Radomski regte zum Beispiel Arbeitskräftepools an, aus denen sich im Sommer Golfanlagen und im Winter Skiliftbetreiber bedienen könnten. Radomski appellierte an die Touristikbranche, sich digitaler und nachhaltiger aufzustellen. Die Gäste erwarteten heute Online-Buchungssysteme und Online-Auskünfte über Freizeitaktivitäten. Außerdem brauche es Investitionen in eine nachhaltige und effiziente Energieversorgung. Aiwanger kündigte auch dafür Förderhilfen des Freistaats an.

 
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