14.03.2021 - 17:29 Uhr
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Uli Grötsch führt SPD-Liste an

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Listenplatz eins für Uli Grötsch: Der Weidener Abgeordnete führt die Bayern-SPD in die Bundestagswahl. Auch für die Wahl zum Parteichef in Bayern sieht er sich gerüstet.

Bärbel Kofler und Uli Grötsch führen die bayerische SPD-Landesliste zur Bundestagswahl an.

Die bayerische SPD zieht mit dem Oberpfälzer Uli Grötsch als Spitzenkandidaten in den Bundestagswahlkampf. Bei einer Versammlung unter freiem Himmel setzte die Partei ihren Generalsekretär am Samstag in Schwabach auf Platz eins der Landesliste. Mit dem Wiedereinzug in den Bundestag kann auch die Wernberg-Köblitzerin Marianne Schieder rechnen. Die Delegierten reihten sie auf den Listenplatz zwölf ein.

Die Landesvertreterversammlung der SPD stand unter Corona-Vorzeichen: Eine digitale Veranstaltung schied aus, weil jeder Listenplatz noch einmal per Briefwahl hätte bestätigen werden müssen. Deshalb traf man sich am Samstag bei Wind und Regen auf der Tribüne des Fußballstadions vom SC 04 Schwabach. Einlass gab es nur nach negativem Schnelltest. Immer wieder ging Landesvorsitzende Natascha Kohnen durch die Reihen und brachte die maskierten Genossen auf Abstand.

Nur eine Kampfabstimmung

Anhaltend schlechte Umfragewerte für die SPD lassen die Zahl der sicheren Listenplätze schrumpfen. Weil die amtierenden weiblichen Bundestagsabgeordneten gegenüber ihren männlichen Kollegen in der Überzahl sind und die Parteisatzung eine paritätisch besetzte Liste vorschreibt, versuchten vor allem Genossinnen ihr Glück in Kampfkandidaturen. Letztlich gelang es aber keiner von ihnen, die vom Landesvorstand vorgeschlagene Reihung noch zu ändern.

Nur dem Niederbayern Johannes Schätzl (Wahlkreis Passau) gelang es in knapper Kampfabstimmung, den Oberfranken Jörg Nürnberger vom Listenplatz 17 zu verdrängen. "Damit haben wir zwei Niederbayern auf aussichtsreichen Plätzen", freute sich Bezirksvorsitzende Hagl-Kehl (Wahlkreis Deggendorf) .

Aktuell ist die Bayern-SPD mit 18 Abgeordneten im Bundestag vertreten. Den damals eigentlich schon mageren 20,5 Prozent der Wählerstimmen im Jahr 2017 stehen nun die 16 oder 17 Prozent in den Umfragen gegenüber. Sicher dürften daher höchstens zwölf Listenplätzen sein.

Die Schwandorfer Abgeordnete Marianne Schieder errang wie vorgesehen eben diesen zwölften Listenplatz - zum Wohlgefallen des Oberpfälzer Bezirksvorsitzenden Franz Schindler. "Wir bekommen wieder 18 Bundestagsabgeordnete - da wette ich jetzt eine große Packung Gummibärchen", verbreitete er Zweckoptimismus. "Damit sind die Oberpfalz und auch Niederbayern weiterhin mit zwei Abgeordneten vertreten und das ist gut so." Die Wette wurde angenommen.

Mit fünf Kandidaten unter den ersten 15 war die oberbayerische SPD Gewinnerin des Tages. Problemlos ging dabei auch Sebastian Roloff (Wahlkreis München-Süd) auf Platz fünf durch, der im Vorfeld den Bundestagsabgeordneten Florian Post vom Spitzenplatz des Bezirks Oberbayern gekickt hatte. Post - der wie Roloff aus der Oberpfalz stammt und jetzt in München lebt - verzichtete auf jede weitere Bewerbung um einen Listenplatz, kämpft aber weiter um das Direktmandat in München-Nord.

Grötsch will an die Spitze

Für Spitzenkandidat Grötsch (Wahlkreis Weiden) steht am 24. April bereits die nächste wichtige Abstimmung an. Dann bewirbt sich der amtierende Generalsekretär der Bayern-SPD auf dem digitalen Parteitag um die Nachfolge von Landeschefin Kohnen. Mit dem Münchener Landtagsabgeordneten Florian von Brunn und der Regensburgerin Ronja Endres als möglicher Doppelspitze hat er dabei ernstzunehmende Konkurrenz.

Am Samstag jedoch stand die Bundestagswahl im Mittelpunkt. "In den nächsten vier Jahren fällt die Entscheidung darüber, wie wir aus der wohl größten Krise kommen, die wir in Deutschland und Europa seit Ende des Zweiten Weltkriegs erlebt haben", sagte Grötsch mit Blick auf die Pandemie. "Für uns bietet sich in diesem Wahlkampf die Chance, den Neustart dieses Landes sozialdemokratisch zu gestalten."

Stimmungstest für Uli Grötsch

Weiden in der Oberpfalz
Info:

Die SPD-Landesliste zur Bundestagswahl

Die ersten sechs Plätze:

1 Uli Grötsch (Oberpfalz)

2 Bärbel Kofler (Oberbayern)

3 Carsten Träger (Mittelfranken)

4 Anette Kramme (Oberfranken)

5 Sebastian Roloff (Oberbayern),

6 Rita Hagl-Kehl (Niederbayern).

Weitere Oberpfälzer: 12 Marianne Schieder (Wahlkreis Schwandorf), 22 Carolin Wagner (Regensburg), 29 Johannes Foitzik (Amberg-Sulzbach/Neumarkt).

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