29.10.2020 - 15:43 Uhr
UrsensollenDeutschland & Welt

Trotz Pandemie macht Grammer im dritten Quartal Gewinn

Der Autozulieferer Grammer kann für das dritte Quartal 2020 eine positive Geschäftsentwicklung vorweisen. Dem Winter und der sich derzeit verschärfenden Coronakrise blickt der Vorstand dennoch mit Sorge entgegen.

Der Autozulieferer Grammer konnte im dritten Quartal 2020 wieder einen operativen Gewinn vorweisen.
von Florian Bindl Kontakt Profil

Für das dritte Quartal des laufenden Jahres kann Grammer aus Ursensollen (Kreis Amberg-Sulzbach) positive Zahlen vorweisen. So belief sich der Konzernumsatz im Zeitraum von Juli bis September auf 461,7 Millionen Euro. Im Vorjahresquartal waren es - ohne Pandemie - noch 498,1 Millionen Euro gewesen. Damit beträgt der Umsatz seit Januar 2020 1197,5 Millionen Euro, ein Minus von fast 23 Prozent verglichen mit dem Vorjahr. Das teilte der Oberpfälzer Autozulieferer am Donnerstag mit. Dennoch geht damit im dritten Quartal ein operativer Gewinn von 22,4 Millionen Euro einher, im Vorjahresquartal waren es nur 9,1 Millionen Euro gewesen. Über die gesamten neun Monate des aktuellen Jahres gesehen steht dennoch ein Verlust von 23,3 Millionen Euro zu Buche. 2019 machte das Unternehmen im selben Zeitraum noch 59,2 Millionen Euro Gewinn.

Erholung in wichtigen Märkten

Diese Geschäftszahlen seien noch "maßgeblich von den Auswirkungen der Covid-19-Pandemie" beeinflusst worden. Nun hätten sich aber wichtige Märkte erholt, heißt es in der Pressemitteilung des Konzerns. Das operative Geschäft habe sich im dritten Quartal weltweit äußerst positiv entwickelt. Die Gründe sieht Grammer vor allem in wichtigen Absatzmärkten. So habe sich gerade im asiatisch-pazifischen Raum, in Nord- und Südamerika sowie im Mittleren Osten und in Afrika die Marktlage verbessert. Außerdem: "Um eine nachhaltige Wettbewerbsfähigkeit unseres Unternehmen sicherzustellen, haben wir die weltweite Organisation schlanker und flexibler aufgestellt und erste Restrukturierungsmaßnahmen eingeleitet", erklärt Vorstandsvorsitzender Thorsten Seehars die Entwicklung. Ob sich der Aufschwung auch im Winter fortsetzt? Hier ist Seehars skeptisch: "Für das vierte Quartal sehen wir insbesondere vor dem Hintergrund der sich aktuell wieder verschärfenden Corona-Situation weiterhin hohe Unsicherheiten." Im Gesamtjahr 2020 erwarte Grammer folglich, dass sowohl der Umsatz als auch das operative Ergebnis unter dem Niveau des Vorjahres liegen.

Kapitalerhöhung

Um die Folgen der Pandemie möglichst abzufedern, hat Grammer weitere Maßnahmen ergriffen. So habe der Vorstand "frühzeitig umfangreiche Maßnahmen zur Liquiditätssicherung umgesetzt". Was bedeutet das konkret? So wurde unter anderem der Konsortialkreditvertrag vorzeitig refinanziert und mit 150 Millionen Euro aufgestockt. Darüber hinaus nahm Grammer im März ein Darlehen mit Eigenkapitalcharakter im Volumen von 19,1 Millionen Euro auf und erweiterte den im ersten Quartal abgeschlossenen Konsortialkreditvertrag im August um eine dritte Tranche in Höhe von 235 Millionen Euro. Zudem hat der Vorstand am Donnerstag eine Kapitalerhöhung über 40 Millionen Euro mit Bezugsrechten für seine Aktionäre beschlossen. Hierzu sollen von Grammer 2 630 801 neue Aktien ausgegeben werden. Der Bezugspreis beträgt 15,21 Euro je neuer Aktie.

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