Vernetzte Häuser: Wie "Smart Home" die Umwelt schützt

Intelligente Anwendungen bieten nicht nur Komfort und Entertainment. Ihre Verwendung kann auch dazu beitragen, das Klima zu schonen – und den eigenen Geldbeutel.

Mit einer smarten Heizung lassen sich Geldbeutel und Umwelt schonen.
von Agentur DPAProfil

Der richtige Einsatz intelligenter Geräte und Technologien kann viel Energie sparen. So reduzieren smarte Waschmaschinen und Geschirrspüler den Wasser- und Waschmittelverbrauch, Thermostate den Heizverbrauch oder intelligente Lichtsysteme den Stromverbrauch. Davon profitiert neben der Umwelt auch die Haushaltskasse.

„Der erste Schritt lautet: Informationen sammeln. Nur wer über seinen Energieverbrauch Bescheid weiß, kann auf mögliches Einsparpotenzial gezielt reagieren“, sagt Tanja Loitz, Geschäftsführerin der gemeinnützigen Beratungsgesellschaft co2online. Heizkostenrechner im Internet oder intelligente Stromzähler, sogenannte Smart Meter, helfen Verbrauchern dabei, sich einen Überblick zu verschaffen.

Während analoge Zähler keine Auskunft darüber geben, wofür genau der Strom verwendet wurde, zeichnen Smart Meter permanent das Energie-Konsumverhalten auf und analysieren es. Die Messdaten werden digital aufbereitet und kommen als Statistiken oder übersichtliche Verlaufsdiagramme auf dem Handy des Verbrauchers an. So kann dieser den eigenen Energieverbrauch differenziert betrachten und Einsparpotenziale identifizieren.

Weniger CO2 dank smarter Heizanlagen

Damit der intelligente Zähler über die bloße Visualisierung des Verbrauchs hinweg auch tatsächlich zur Stromersparnis beitragen kann, muss er an smarte Netze angebunden sein. Die Heizanlage kann dann beispielsweise die Temperatur an die aktuelle Wetterprognose anpassen. Wenn es morgens kalt ist, im Verlauf des Tages aber wärmer werden soll, wird so eine Überheizung des Hauses vermieden. Digitale Thermostate regeln die Heizung automatisch herunter – wenn die Bewohner zu Bett gehen, wenn ein Fenster oder eine Tür geöffnet wird oder wenn niemand zu Hause ist.

„Vor allem beim Heizen können Smart-Home-Geräte helfen, die Kosten und den CO2-Ausstoß zu senken“, erklärt Loitz. Dem aktuellen Heizkostenspiegel zufolge, der jedes Jahr vom Bundesumweltministerium in Auftrag gegebenen wird, gehen rund 85 Prozent des Energieverbrauchs in Privathaushalten auf das Konto der Heizung. „Mit smarten Thermostaten an Heizkörpern lassen sich in einem Einfamilienhaus im Schnitt etwa 135 Euro pro Jahr sparen und 450 Kilogramm CO2 vermeiden.“

Der intelligente Zähler kann zudem das Energiemanagement einzelner Endgeräte übernehmen und etwa bei flexiblen Stromtarifen die günstigsten Tarifzeiten heraussuchen. Die Waschmaschine startet in einem solchen System automatisch, sobald der Preis am niedrigsten ist. Auch Wärmepumpen oder Elektroautos lassen sich so zu bestimmten Strombezugszeiten günstiger aufladen. Umweltbewusste Verbraucher können zudem einstellen, bevorzugt „grünen“ Strom aus Sonnen- oder Windkraft zu nutzen.

Ein digitales Thermostat hilft Geld sparen.

Licht aus, Energiesparmodus an

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Auch smarte Beleuchtungssysteme bieten großes Sparpotenzial. Bewegungsmelder oder Lichtsensoren messen den Einfall des Tageslichts und schalten Lampen nur ein, wenn es wirklich nötig ist. Mit solchen Sensoren lässt sich in jedem Raum die Lichtintensität an die jeweilige Helligkeit anpassen. Beim Verlassen der Wohnung muss man nicht jeden Lichtschalter einzeln betätigen, sondern nur noch einen umfassenden Aus-Schalter im Eingangsbereich oder auf dem Smartphone.

In diesem „Haus verlassen“-Szenario werden alle miteinander vernetzten Geräte und Systeme ausgeschaltet – auch solche, die im Stand-by-Modus unbemerkt weiter Strom verbrauchen würden. Berechnungen der Deutschen Energie-Agentur zufolge spart ein durchschnittlicher Vier-Personen-Haushalt allein durch die konsequente Abschaltung aller Geräte im Stand-by-Modus pro Jahr mehr als 115 Euro. Auch die smarten Heizkörperthermostate wissen dann, dass niemand mehr zuhause ist und sie die Temperatur entsprechend herunterregeln können.

Tanja Loitz empfiehlt privaten Nutzern, beim Thema Energiesparen unbedingt Beratungsangebote in Anspruch zu nehmen, denn der Staat fördert in zahlreichen Programmen energiesparende Smart Home-Systeme – beispielsweise durch das Förderprogramm zur Heizungsoptimierung des Bundesamts für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA).

Laut Verbraucherzentrale lässt sich die Energieersparnis durch Smart-Home-Anwendungen nicht pauschal beziffern. Wie hoch sie ausfällt, hänge unter anderem vom individuellen Nutzungsverhalten, der Bausubstanz und der Größe des Gebäudes ab. Auch seien die Angaben der Hersteller kritisch zu sehen und könnten teils überzogen sein.

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