10.03.2021 - 15:17 Uhr
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Volks- und Raiffeisenbanken in Bayern bestehen "Corona-Stresstest"

Die Volks- und Raiffeisenbanken sind gut durch das erste Corona-Jahr gekommen, vor allem die in der Oberpfalz. Auch 2021 ist gut angelaufen, nur eine Sache bedrückt die Banken.

Die Volks- und Raiffeisenbanken in Bayern sind gut durch das vergangene Corona-Jahr gekommen, vor allem die in der Oberpfalz.
von Jürgen UmlauftProfil

Die bayerischen Volks- und Raiffeisenbanken (VR) haben im vergangenen Jahr den "Corona-Stresstest bestanden". Das erklärte der Präsident des Genossenschaftsverbandes Bayern, Jürgen Gros, auf der Online-Bilanzpressekonferenz der VR-Banken. Die bayernweit 222 Institute, fünf weniger als 2019, ihre Bilanzsumme um 8,5 Prozent auf 190,7 Milliarden Euro.

Mit einem Wachstum von 9,7 Prozent auf 23 Milliarden Euro schnitten die 24 Oberpfälzer VR-Banken am besten ab. Gros sprach von einer "guten Geschäftsentwicklung", die Genossenschaftsbanken seien "auf Wachstumspfad geblieben". Mit einer erneut gestiegenen Kosteneffizienz und einer gestärkten Eigenkapitalausstattung in Höhe von 15,9 Prozent gehöre die Gruppe zu den "profitabelsten in Europa".

Wachstumstreiber Kredite

Wachstumstreiber waren laut Gros auch im vergangenen Jahr die Kreditvergaben. Insgesamt reichten die VR-Banken in Bayern 117,1 Milliarden Euro an neuen Darlehen aus, 7,6 Prozent mehr als im Vorjahr. Sowohl bei den Privat- wie den Firmenkunden handelte es sich dabei überwiegend um Immobilienkredite.

Trotz der schwierigen Corona-Lage habe sich das Ausfallrisiko bei den Krediten nicht erhöht. Gros führte das darauf zurück, dass die Geschäftspartner der VR-Banken überwiegend inhabergeführte Unternehmen im ländlichen Raum seien, die zudem im von den Lockdowns wenig betroffenen Branchen tätig seien. Auch private Kreditnehmer könnten ihre Darlehen dank staatlicher Hilfen wie dem Kurzarbeitergeld weiter bedienen.

"Schmerzhaftes" Sparvermögen

Als für die Bankengruppe "schmerzhaft" bezeichnete Gros das weitere Anwachsen der Kundeneinlagen. Das bei den VR-Banken angelegte Sparvermögen stieg um 6,5 Prozent auf 145,5 Milliarden Euro. Wegen der niedrigen Zinsen sei das Verwahren der Kundengelder für die Banken ein Minusgeschäft. Rund 40 Prozent der VR-Banken würden deshalb auch von Privatkunden Negativzinsen verlangen, allerdings nur auf große Vermögen und bei Neukunden.

Zwar gelinge es zunehmend, Kunden für andere Anlagenformen wie Aktien oder Fonds zu gewinnen, doch übersteige das Einlagenwachstum diesen Umsteigeeffekt. Die niedrigen Zinsen waren laut Gros auch dafür verantwortlich, dass die VR-Banken trotz gestiegener Umsätze ihr Jahresergebnis mit 1,48 Milliarden Euro nur knapp auf Vorjahresniveau hätten halten können.

100 weitere Geschäftsstellen geschlossen

Trotz der Corona-Unwägbarkeiten gab Gros für das laufende Jahr einen "sehr positiven Ausblick". Die private Kreditnachfrage werde wohl auf ein Allzeithoch steigen, eine die VR-Banken belastende Insolvenzwelle sei nicht zu erwarten. "Wir werden unseren Wachstumskurs fortsetzen und die Banken der Heimat bleiben", erklärte Gros. Obwohl im vergangenen Jahr bayernweit rund 100 Geschäftsstellen geschlossen worden seien, sei man mit 2015 Filialen weiterhin flächendeckend im Land vertreten. Für das laufende Jahr rechnete Gros mit rund zehn regionalen Fusionen von VR-Banken. Diese Zahl läge dann im Trend der vergangenen Jahre.

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