Entscheidung über Modellregionen: Zwischen Notbremse und Lockerung

Am Mittwoch entscheidet das Bayerische Kabinett darüber, welche Kommunen in Bayern zu Corona-Modellregionen erklärt werden. Acht Plätze gibt es zu vergeben, weit mehr Orte haben sich beworben. Auch Amberg und Weiden wollen dabei sein.

Wird es solche Tagestickets auch bald in Weiden geben? Die Stadt in der Oberpfalz hat sich als Modellregion für vorsichtige Lockdown-Öffnungen beworben. Die Entscheidung darüber, fällt das Bayerische Kabinett am Mittwoch in einer Sondersitzung.
von Kathrin Moch Kontakt Profil

Von dpa und Kathrin Moch

Welche Orte in Bayern werden zur Corona-Modellregion? Über dieser Frage brüten am Mittwoch ab 10 Uhr die Mitglieder des Bayerischen Kabinetts. In einer Sondersitzung entscheiden die Politiker in welchen Orten es für einen zweiwöchigen Testlauf, der vom Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit begleitet wird, vorsichtige Öffnungen geben soll. Auch Amberg und Weiden würden gerne dabei sein und haben eine Bewerbung eingereicht.

Auch Amberg bewirbt sich als Corona-Modellregion

Amberg

Vorsicht bei Zahlen rund um Feiertage

Restaurantbesuche, Theatervorstellungen und das Einkaufen im Einzelhandel vor Ort sollen mit einem negativen Testergebnis dann wieder möglich sein. Als Vorreiter des Modellversuchs gilt die Stadt Tübingen in Baden-Württemberg. Dort wird das Einkaufen und Besuchen von Restaurants und Co. mit einem Tagespass – ausgestellt nach einem negativen Corona-Schnelltest – bereits wieder ermöglicht. Steigende Infektionszahlen trüben allerdings nicht nur in Tübingen den Modellversuch, sondern sorgen auch in Bayern für Skepsis gegenüber den möglichen Öffnungen. Offen ist bislang deshalb, ab wann die Modellregionen überhaupt zugelassen werden könnten. Dem Vernehmen nach gibt es aufgrund der derzeit vielerorts stark steigenden Infektionszahlen in der Regierung Skepsis gegen einen zeitnahen Termin, wie die Nachrichtenagentur dpa am Dienstag mitteilt.

Besonders bei der Interpretation von sinkenden Infektionszahlen sei laut Robert-Koch-Institut (RKI) rund um die Osterfeiertage Vorsicht geboten. Das RKI weist daraufhin, "dass zum einen meist weniger Personen einen Arzt aufsuchen, dadurch werden weniger Proben genommen und weniger Laboruntersuchungen durchgeführt". Dies führe dazu, dass weniger Erregernachweise an die zuständigen Gesundheitsämter gemeldet würden. Zum anderen könne es sein, dass nicht alle Gesundheitsämter und zuständigen Landesbehörden an allen Tagen an das RKI übermittelt hätten.

Viele Bewerber, acht Plätze

Trotzdem könnte schon bald in acht Modellregionen in Bayern erprobt werden, unter welchen Bedingungen während einer Pandemie, welche Öffnungsschritte möglich sein können. Bis Sonntag hatten sich bereits 83 Regionen beworben, wie eine Sprecherin des Gesundheitsministerium gegenüber der Nachrichtenagentur dpa erklärt hatte. Inzwischen sollen es rund 100 Bewerbungen sein. Doch nur acht Plätze werden vergeben: In jedem Regierungsbezirk einer, in Oberbayern zwei.

Die Auswahlkriterien sind streng: Viele Städte in Bayern, wie München oder Nürnberg, kommen laut Gesundheitsminister Klaus Holetschek (CSU) gar nicht infrage. Denn die Entscheidung soll unter Kommunen fallen die zwischen 11.000 und 100.000 Einwohner haben. Außerdem sollen die Öffnungsschritte in Kommunen mit einer 7-Tage-Inzidenz zwischen 100 und 150 erprobt werden. Neben einer stabilen Infektionsrate müssten die Orte ausreichende Testkapazitäten, Hygienekonzepte und ein digitales Kontaktmanagement vorweisen können.

Bewerbungen aus Amberg und Weiden

Wie Ministerpräsident Markus Söder (CSU) am Dienstag vor Ostern betonte, sei es nicht das Ziel der Modellregionen alle Regeln abzuschaffen und alles zu öffnen. Stattdessen sollten Erkenntnisse gewonnen werden, bei welchem Maß des Infektionsgeschehens welche Öffnungsschritte vertretbar oder unverantwortlich sind. Möglich seien auch nur punktuelle Öffnungen etwa im Kulturbereich.

Neben Amberg und Weiden haben sich unter anderem Würzburg, Coburg, Aschaffenburg, Schweinfurt, Bad Kissingen, Ingolstadt, Rosenheim, Günzburg, Bad Füssing und Lindau für den Testlauf beworben. Die Entscheidung über die Modellregionen in Bayern soll nach der Sitzung des Kabinetts in einer Pressekonferenz gegen 13 Uhr bekannt gegeben werden.

So stehen die Chancen für Weiden als Modellregion

Weiden in der Oberpfalz

Newsblog: Die aktuelle Corona-Lage in der Nordoberpfalz

Oberpfalz

Für Sie empfohlen

 

 

 

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.