Fragen und Antworten zu Corona: Das gilt rund um Geschenke zu Weihnachten

Kann ich mich an Weihnachtsgeschenken mit dem Coronavirus anstecken? Welcher Laden darf noch Spielzeug verkaufen? Und wann kann ich unliebsame Geschenke umtauschen? Fragen und Antworten zum Thema Geschenke und Coronavirus.

Unliebsame Geschenke kann man wohl erst wieder umtauschen, wenn die Geschäfte geöffnet sind.
von Kathrin Moch Kontakt Profil

Kann das Coronavirus über Geschenke übertragen werden?

Der Direktor des Instituts für Medizinische Mikrobiologie, Virologie und Hygiene an der Uni Rostock, Andreas Podbielski, erklärt in einem Interview mit der Apothekenumschau: "Dass Coronaviren an Weihnachten durch Karten oder verpackte Geschenke übertragen werden, ist vollkommen irreal." Auch die EU-Gesundheitsbehörde ECDC bestätigt: "In der Praxis gibt es keine Hinweise auf eine Übertragung von Covid-19 durch kontaminierte Verpackungen." In Experimenten habe das Virus zwar beispielsweise auf Karton bis zu 24 Stunden überlebt – hierbei handle es sich jedoch um Untersuchungen unter Laborbedingungen. Trotzdem: Bei Kontakt mit vielen Oberflächen und Verpackungen häufig die Hände waschen. Geschenke und Karten müssten vor der Übergabe aber nicht extra desinfiziert werden, so die Meinung von Podbielski.

Darf ein Drogeriemarkt noch Spielzeug und Filme verkaufen?

Für Betriebe, die verschiedene Produkte verkaufen, hält das Bayerische Gesundheitsministerium fest: „Mischbetriebe des Einzelhandels oder der Dienstleistungen (Beispiele Kiosk, Handel mit verschiedenen Sortimenten, Schreibwarenhandel mit Poststation, Lottoläden) werden nach dem Schwerpunktprinzip beurteilt.“ Das bedeutet: Diese Betrieben können öffnen, wenn der Schwerpunkt (mehr als 50 Prozent) im erlaubten Bereich (z.B. im Verkauf von Lebensmitteln) liegt. Sie können dann auch die übrigen Sortimente verkaufen, um die betrieblichen Abläufe nicht zu belasten. Der Verkauf von Produkten, die über das Drogerie-Sortiment hinausgehen, ist also dann erlaubt, wenn mehr als 50 Prozent des Ladens im Drogerie-Angebot liegt. Liegt der Betrieb darunter, darf nur noch der erlaubte Teil verkauft werden.

Bis wann sollten Weihnachtspäckchen und -karten zur Post?

Wer noch ein Päckchen aufgeben will, sollte sich beeilen. Erwin Nier, Pressesprecher der Deutschen Post DHL, erklärte vor wenigen Tagen gegenüber Oberpfalz-Medien: „Pakete sollten bis spätestens 19. Dezember 12 Uhr bei der Post sein.“ Wer noch Weihnachtspost, Karten oder Briefe verschicken möchte, hat noch ein wenig Zeit: Briefe müssen bis 21., spätestens am 22. Dezember, zur Post gebracht werden, damit sie noch rechtzeitig zu Heiligabend an ihrem Zielort ankommen.

Kann ich Geschenke umtauschen, wenn der Einzelhandel geschlossen hat?

Bei einwandfreier Ware ist kein Händler zum Umtausch verpflichtet. "Viele Unternehmen sind aber kulant und lassen sich auf einen Umtausch ein", sagt Stefan Hertel vom Handelsverband Deutschland (HDE). Wegen der Corona-Pandemie sind die meisten Läden voraussichtlich bis zum 10. Januar geschlossen. Ein Umtausch im stationären Handel ist erst wieder möglich, wenn die Geschäfte wieder öffnen dürfen. Viele Händler reagieren auf diese Situation und verlängern ihr Rückgaberecht.

Und was gilt, wenn im Laden gekaufte Ware mangelhaft ist?

Ist die Ware defekt oder fehlen Teile, dann haben Käufer einen gesetzlichen Anspruch auf Ersatz. Der Händler ist verpflichtet die Ware umzutauschen oder zu reparieren. Die sogenannte gesetzliche Gewährleistung gilt ab dem Kauf zwei Jahre – oft auch Mängelhaftung genannt. Für die Beseitigung eines Mangels ist in diesen 24 Monaten immer der Händler und nicht der Hersteller zuständig.Verbraucher sollten sich keinesfalls abwimmeln oder an den Hersteller verweisen lassen. Weist die Ware nach dem Umtausch oder dem zweiten Reparaturversuch immer noch einen Mangel auf, können Verbraucher vom Kaufvertrag zurücktreten und ihr Geld zurückverlangen – oder die mangelhafte Ware behalten und den Kaufpreis reduzieren. Allerdings gilt auch hier: Bei Reklamationen müssten Verbraucher sich gedulden, bis die Beschränkungen wieder aufgehoben sind. Die Reparatur oder der Umtausch geht in der Regel nur, wenn der Laden offen ist.

Welche Umtauschoptionen gelten in Online-Shops oder bei Apps?

Bei online bestellten Waren gilt in aller Regel ein 14-tägiges Widerrufsrecht. Das heißt, Kunden können in dieser Zeit die Ware zurückschicken und bekommen ihr Geld zurückerstattet. Gründe muss man dafür nicht nennen. Die Kosten für die Rücksendung kann der Anbieter dem Kunden auferlegen. Ausgenommen vom Umtausch in Online-Shops und Apps sind allerdings – wie im Laden auch – personalisierte Ware. Manchmal sind auch bestimmte Waren aus hygienischen Gründen vom Umtausch ausgeschlossen. Informationen, welche Waren vom Umtausch ausgeschlossen sind, finden Verbraucher in den Allgemeinen Geschäftsbedingungen des jeweiligen Anbieters.

Bekomme ich bei einem Umtausch im neuen Jahr mehr Mehrwertsteuer zurück?

Die Mehrwertsteuer wurde in Deutschland befristet bis zum 31. Dezember 2020 gesenkt – der reguläre Steuersatz von 19 auf 16 Prozent, der ermäßigte Steuersatz von 7 auf 5 Prozent. Wer Ware 2020 mit gesenkter Mehrwertsteuer gekauft hat und erst 2021 umtauscht, muss wissen: Rückerstattet wird immer nur der Betrag, der auch beim Kauf bezahlt wurde. Der Kunde erhält also beispielsweise den Betrag inklusive 16 Prozent Mehrwertsteuer zurück.

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