Fragen und Antworten: Rund um die Corona-Impfung

Am Sonntag fiel bundesweit der Startschuss für die Impfkampagne gegen Corona. Und schon erreichen uns die ersten Leserfragen. Wir geben Antworten. Aber Achtung: Nicht alle Fragen lassen sich jetzt schon abschließend klären.

Auch in Bayern haben die ersten Corona-Impfungen begonnen. Bis die Impfzentren an den Start gehen, dauert es allerdings noch ein wenig. Zunächst sind mobile Impfteams unterwegs.
von Gabriele Weiß Kontakt Profil

Muß man die Covid-Impfung jährlich oder nach Jahren wiederholen wie die Grippeimpfung? Und braucht man dann die Grippeimpfung zusätzlich auch noch?

Zum Langzeitschutz einer Corona-Impfung gibt es naturgemäß noch keine Erfahrungen. Es gilt aber als unwahrscheinlich, dass die Immunisierung ein Leben lang anhält. Wahrscheinlicher ist, dass man die Corona-Schutzimpfung, wie andere Impfungen auch, regelmäßig wiederholen muss. Coronaviren und Grippeviren sind dabei zwei unterschiedliche Viren. Deshalb ist es nötig, sich durch zwei unterschiedliche Impfungen vor einer Erkrankung zu schützen. Die Grippeimfung ist für Menschen, die zu einer Risikogruppe zählen, besonders wichtig.

Ist es eigentlich vorgesehen, dass die Corona-Impfzentren verschiedene Impfstoffe bekommen? Und kann ich dann selbst den Impfstoff von einer bestimmten Firma wählen?

Die Verteilung der Impfstoffe an die Impfzentren hängt davon ab, welche Impfstoffe wie verfügbar sind. Grundsätzlich entscheidet der behandelnde Arzt in enger Absprache mit dem Patienten über die konkrete medizinische Behandlungsleistung sowie die Auswahl eines geeigneten Impfstoffes. Ein Recht, den Impfstoff eines bestimmten Herstellers zu wählen, besteht aber nicht.

Warum bekomme ich den COVID-19-Impfstoff nicht bei meinem Hausarzt?

Im Moment steht noch nicht genügend Impfstoff für die gesamte Bevölkerung zur Verfügung. Außerdem müssen manche Impfstoffe bei minus 75 Grad Celsius gelagert werden und sind zunächst nur in Mehrdosenbehältnissen verfügbar. Aus diesen Gründen erfolgen die Impfungen zunächst in speziell eingerichteten Impfzentren oder durch mobile Teams, die beispielsweise Altenheime aufsuchen. In der zweiten Phase sollen die Impfungen dann größtenteils in Arztpraxen vorgenommen werden. Dafür müssen allerdings erst ausreichend Impfstoffe zur Verfügung stehen, die größtenteils unter Standardbedingungen gelagert werden können.

Muss ich vor der Impfung einen Coronatest machen, um auszuschließen, dass ich bereits unbemerkt eine Erkrankung durchgemacht habe?

Nein. Beim Impfstoff der Firma BioNTech, der jetzt angewendet wird, ist kein Coronatest nötig. Für die Impfstoffe der Firmen Moderna und Astra Zeneca liegen noch keine abschließenden Informationen vor.

Wie und wann werde ich zur Impfung eingeladen? Meine hochbetagten Eltern möchten möglichst schnell an die Reihe kommen.

Über das Vorgehen bei der Impfung entscheidet jedes Bundesland gesondert. In Bayern sind zunächst Bewohner von Alten- und Pflegeheimen, deren Mitarbeiter sowie medizinisches Personal auf Intensivstationen und in Notaufnahmen an der Reihe. Sie werden vor allem durch mobile Impfteams direkt vor Ort geimpft. Eine Impfung in den Impfzentren selbst wird daher in der Anfangsphase nur begrenzt erfolgen. Das heißt: Über 80-Jährige, die nicht im Heim leben, kommen in den meisten Regionen erst im Januar an die Reihe. Die bayerische Landesregierung will diese Menschen im neuen Jahr per Brief benachrichtigen. Für eine Impfung müssen sich die Bürger an das zuständige Impfzentrum an ihrem Wohnsitz oder am Ort ihres ständigen Aufenthalts wenden. Das gilt selbst dann, wenn ein anderes Impfzentrum näher oder besser zu erreichen ist. Die Terminvergabe erfolgt über die direkte Telefonnummer des jeweiligen Impfzentrums. Auch über die bundesweit einheitliche Telefonnummer 116 117 werden Anrufer an das für sie zuständige Impfzentrum weitergeleitet. Eine Online-Anmeldung wird im Laufe des Januars 2021 verfügbar sein. Die Impfzentren vergeben die Termine zur Impfung an die entsprechend priorisierte Personengruppe je nach Verfügbarkeit. In der Anfangsphase ist grundsätzlich von einem täglichen Betrieb in den Zentren auszugehen. In der Oberpfalz sollen täglich über 3000 Personen geimpft werden.

Ich habe bereits eine Corona-Erkrankung durchgemacht. Soll ich mich trotzdem impfen lassen?

Nach überwiegender Expertenmeinung sollten Personen, die eine labordiagnostisch gesicherte Infektion durchgemacht haben, zunächst nicht geimpft werden. Es ist davon auszugehen, dass nach einer überstandenen Infektion bei den meisten Menschen zumindest eine gewisse Schutzwirkung besteht. Wie lange diese anhält, ist jedoch noch nicht abschließend zu beantworten.

Ist die Impfung für mich mit irgendwelchen Kosten verbunden?

Nein. Die Impfung in den Impfzentren oder durch mobile Impfteams ist kostenlos – unabhängig vom jeweiligen Versicherungsstatus. Die Kosten für den Impfstoff übernimmt der Bund. Die Länder tragen, gemeinsam mit der gesetzlichen Krankenversicherung und der privaten Krankenversicherung, die Kosten für den Betrieb der Impfzentren.

Ein Weidener hatte schon vor Wochen einen Corona-Impfstoff getestet

Weiden in der Oberpfalz

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