Gassi-Geh-Pflicht für Hunde: Spazierengehen befriedigt mehrere Bedürfnisse

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Die Gassirunde mit dem Hund soll für Tierhalter zum "Muss" werden. Wir sprachen mit der Leiterin des Weidener Veterinäramtes über das geplante neue Gesetz.

Genügend Auslauf, keine Haltung an der Kette und ein Verbot der Ausstellung von Tieren mit bestimmten Merkmalen - mit strengeren Regeln will das Bundeslandwirtschaftsministerium eine artgerechte Hundehaltung garantieren.
von Gabriele Weiß Kontakt Profil

Das sorgt für Gesprächsstoff: Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner (CDU) plant ein Gesetz, um Hunden in Deutschland künftig ausreichend Auslauf und Betreuung zu garantieren. Die neue Verordnung soll Hundehalter unter anderem verpflichten, ihrem Tier mindestens zweimal täglich für insgesamt eine Stunde Auslauf im Freien außerhalb eines Zwingers zu ermöglichen.

Der Gesetzentwurf betrifft etwa jeden fünften deutschen Haushalt sowie mehr als neun Millionen Vierbeiner. Er bietet also reichlich Zündstoff und wird in sozialen Medien leidenschaftlich, aber auch kontrovers diskutiert. Die Leiterin des Veterinäramtes in Weiden begrüßt den Vorstoß grundsätzlich "wie alles, was dem Tierwohl dient". Sie findet es gut, "dass der Gesetzgeber sich auch um die privaten Hundehalter kümmert".

Dabei seien die geforderten zwei Gassirunden täglich mit einer Gesamtdauer von 60 Minuten lediglich das Minimum, findet die Expertin, räumt aber ein: "Es hängt natürlich von mehreren Faktoren ab, wie viel Auslauf ein Hund braucht." Welpen müssten öfter, dafür aber kürzer raus, älteren Tieren seien die 60 Minuten vielleicht schon zu viel, Arbeitshunden hingegen zu wenig. "Trotzdem ist es ein Vorstoß in die richtige Richtung", sagt die Amtstierärztin, "denn es gehört einfach zu den Pflichten eines Hundehalters, Gassi zu gehen". Um so mehr, als in jüngster Zeit viele Zwerghunde gar nicht mehr ausgeführt, sondern für die Benutzung des Katzenklos trainiert würden.

Hunde, betont die Veterinärin, hätten jedoch mehrere Bedürfnisse, die sie beim Spazierengehen befriedigen können. "Sie möchten schnüffeln und Sozialkontakte haben." Und sie ließen es auf der Gassirunde gerne langsam angehen. Wer sein Tier also nur neben dem Fahrrad herlaufen und Strecke machen lässt, tut ihm damit im Grunde keinen Gefallen. "Hinzu kommt, dass die Hunde dadurch sehr viel Ausdauer und Muskulatur aufbauen. Dann muss man aber täglich mit ihnen Rad fahren und kann nicht im Winter oder bei Regen einfach längere Zeit aussetzen."

Und auch ein großer Garten befreit den Hundehalter nicht von der Pflicht zur Gassirunde, betont die Veterinärin. Zwar habe der Vierbeiner dann mehr Auslauf und Abwechslung als in der Wohnung oder auf einem kleinen Grundstück, aber zumindest sein "Geschäft erledigen" wolle er trotzdem außerhalb des eigenen Reviers.

Alles in allem müsse man abwarten, was aus dem Gesetz letztlich werde: "Es ist ja erst mal nur ein Entwurf." Die Amtstierärztin begrüßt allerdings, dass es damit künftig "mehr Möglichkeiten für uns gibt, etwas einzufordern".

Was ist beim Gassi-Gehen erlaubt - und was nicht?

Neustadt an der Waldnaab
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